im dunklen Loch

...
genau da fühlte ich mich heute Morgen angekommen.

Ich bin zu einer Beratungsstelle gegangen, die meinen Behördenbrief prüfte. Und was durfte ich erfahren, Ehrlichkeit lohnt sich nicht.
Auf den ersten Blick.
Da der Große ausgezogen ist, muss unser Haushalt mit viel weniger Euros auskommen. Da zwei Behörden Probleme machten sich abzusprechen, wollte ich heute erfahren, ob das alles seine Richtigkeit hat. Rein rechtlich gesehen alles im grünen Bereich.
Der zweite Sohn ist jetzt im zweiten Ausbildungsjahr und ich bin sehr stolz auf ihn. Finanziell ist es aber so, dass die Behörde davon ausgeht, dass er in meiner Familie lebt und somit bis auf einen kleinen Betrag alles in die Haushaltskasse zu geben hat. Bisher wurde dieses Loch mit dem Unterhalt seine Bruders gestopft, aber das ist nun anders.

Ich bin in ein sehr großes emotionales Loch gefallen. Fünf Euro pro Person pro Tag für Essen, Kleidung usw. - wie soll ich das schaffen. Gibt er alles ab, sind es sieben Euro.
Ich hab viele Tränen geweint, war ja der Göttin sei Dank allein zu Hause.

Ich hab viel böse Gedanken habt. Da gibt es Leute die bekommen den vollen Bezug für sich und ihre Kinder und wohnen mit einem Partner zusammen, der volles Gehalt bekommt. Warum die und nicht ich ?  Oder andere, da wohnt der Sohn seit zwei Jahren nicht mehr zu Hause und die Familie kassiert die vollen Bezüge für ihn.
Warum bin ich so ehrlich ? Weil ich sonst nicht schlafen könnte ? Kann ich jetzt auch nicht -wie soll ich Weihnachtsgeschenke kaufen, neue Schuhe und so weiter.

Ja, ich bin auf Arbeitssuche. Aber bisher ohne Erfolg. Das hilft mir nicht unbedingt dabei aus meiner Depression zu kommen.

Als ich als selbständige Lega-Trainerin gearbeitet habe, ging es mir zumindestens seelisch besser.
Aber das habe ich ja aufgegeben, damit ich nicht mitten in einem Therapieverlauf ... na ja, ist ja jetzt egal.

Vor lauter Tränen bin ich eingeschlafen .

Ich wache auf und fühle auf einmal ein Wut in mir, die so unendlich groß ist. Wieso lasse ich mir von einer Behörde vorschreiben wie ich zu leben habe. Klar, noch bin ich gebunden und muss mich an die Spielregeln halten. Aber es bringt mich nicht weiter zu jammern. Im Gegenteil. Das Loch wird tiefer und schwärzer.

Es gibt immer ein Licht am Ende eines Tunnels.
So abgedroschen sich das anhört. Ich will dieses Licht am Ende meines Tunnels finden. Das geht, wenn ich die Augen öffne. Wenn ich mich öffne für die Möglichkeiten die das Leben mir bietet. Wenn ich abwäge. Wenn ich weitergehe.
Ich möchte mir in die Augen schauen können, darum werde ich nicht zum Sozialbetrüger.
Ich möchte mir in die Augen schauen können , darum gehe ich weiter auf meinem Weg. Und halte die Augen auf.
Und wenn das große, dunkle Loch sich wieder auftut, gehe ich hindurch. Nehme es an und lasse los.


Kommentare

  1. Oh so eine Scheiße :-( ....
    Ja, es ist soooo ungerecht! Und das schlimme ist das du es nicht ändern kannst.
    Fühl dich gedrückt wenn du magst, ich denke fest an dich und hoffe das du bald den Weg zu deinem Licht am Ende des Tunnels findest!!!
    Liebe Grüße aus dem Siegtal von der Dryade

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  2. Liebe Sammlerin,

    ich wünsche dir, dass du einen Weg findet, dich von Behördenwillkür freizumachen! Ich kann so was auch nicht ertragen und hab mich lieber selbstständig gemacht.

    Bodecea

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