Was wäre wenn ...

Gestern habe ich in den Nachrichten einen Bericht gehört, in dem ging es um die Sorge ohne Strom dazustehen. Während die einen es als Panikmache darstellen, denkt die andere Seite, dass genau das passieren wird. Zu Wort kam eine älterer Mann, der wohl am gestrigen Morgen einen Stromausfall mitgemacht hat.

Flüchtig dachte ich am PC sitzend darüber nach, was es denn für mich bedeuten würde. Das erste was mir einfiel war - kein PC - kein Kaffee.

Vorhin kam ich vom Kindergarten nach Hause und es war noch nicht wirklich hell. Ich betrat meine Wohnung und beschloss mal kein Licht anzuschalten.

Das erste Gefühl : Angst
Ich stehe in meiner eigenen Wohnung. Ich weiß, niemand ist hier, alle zur Arbeit oder Schule.
Trotzdem beschleicht mich das Gefühl Angst - hier ist jemand außer mir und dem Hund.
Ich mag gar nicht in das Gefühl reingehen. Beherrsche mich und schalte das Licht nicht an.
Die Diele ist wirklich dunkel und ich ziehe  Jacke und Schuhe aus und räume sie weg. Ich kann
doch etwas schemenehaft sehen. Die Gardarobe , den Schuhschrank.
Ich betrete das Wohnzimmer. Die Gardinen vor der großen Fensterfront hatte ich am Morgen schon
geöffnet und so bahnt sich das Tageslicht seinen Weg in meine Wohnung. Alles grau und schwarz. Umrisse.
Stille. Drückende, ungewohnte Stille. Kein Radio läuft. Von draußen dringen Stimmen der Schulkinder und Fahrgeräusche herauf. Also doch nicht wirklich still. Nur ruhiger.

Ich betrete die Küche, auch hier ist es vom Tagesgrau erhellt. Ich räume den Frühstückstisch ab und
stelle es in die Spüle. Spülen geht nicht, da ich noch zu wenig sehe.

Zeit für Gedanken

Ohne Strom hätte ich jetzt kein heißes Wasser. Keine warme Wohnung, denn ich besitze keinen Holz- oder Kohleofen. Nur eine Heizung .
Die Wohnung wäre also ohne Strom kalt.
Ich überlege was heute zu Kochen ist. Ohne Strom würde der Herd nicht funktionieren und auch nicht der Kühlschrank.
Mmmh.
Ich betrete die Schlafzimmer. Meins und das der Kinder. Sammle dreckige Wäsche ein. Stopfe sie in die Waschmaschine. Alles nimmt seinen Lauf. Das geht auch im Halbdunkel. Aber ohne Strom ...

Einer meiner Träume ist einmal auf einem Selbstversorgerhof zu leben.

Ich wüsste noch nicht mal wie man Strom erzeugt. Habe keine Ahnung wie fließend Wasser in mein Zuhause kommt. Ich esse gerne Fleisch, Eier und trinke Milch. Aber, das Tier großziehen und schlachten - ich habe keine Ahnung.
Brot selber backen - woher nehme ich die glutenfreien Zutaten, wenn ich sie selber anbaue müsste.

Ich komme zu dem Schluss, dass ich sehr dankbar bin, dies alles nicht tun zu müssen. Ich habe eine Wahl. Ich kann mein Gemüse in einem Garten selber anbauen. Ich kann aber auch zum Gemüseladen gehen und einkaufen. Und dort entscheiden ob mein Essen aus der Region oder woanders her kommt.

Und während ich mir ein Glas Wasser trinke, dass ich nicht erst mit dem Eimer aus dem Brunnen holen musste, sondern das ich mir am Wasserhahn fülle, denke ich

ich hab es gut.




Kommentare

  1. Ja, ohne Strom geht nicht viel in den Industriestaaten, schon erschreckend eigentlich wie abhängig Frau so ist.
    Klar, bin ich dafür auch dankbar, aber ich finde es immer gut ein paar Alternativen parat zu haben, alleine damit ich mich nicht so hilflos fühle.
    Einen Holzofen habe ich schon mal, gern hätte ich in den nächsten Jahren ein kleines Windrad für den Garten, wir haben hier immer viel Wind und könnten so schon ein bissl selbst an Strom produzieren. Mit der Hand waschen macht mir nix aus, das mache ich im Sommer sowieso schon oft.
    Und was man nicht selber herstellt könnte man auch gut tauschen mit anderen.
    Hach, ich fänd ein bißchen mehr Unabhängigkeit schon schön :)

    Grüße
    Nenya

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