Spätzünder

In einem meiner letzten  Posts habe ich ja erwähnt, wie "gestresst " ich durch
die permanente Berichterstattung über die Zeit des Nationalsozialismus bin.

Gestern dann, habe ich endlich verstanden, warum zur Zeit so oft darüber
berichtet wurde.
Durch Zufall war ich im Fernsehen auf die Gedenktstunde des Bundestages
gestoßen und habe die berührenden Worte der Gastrednerin
Inge Deutschkron gehört
Ja, ich bin eine Spätzünderin.

Später sah ich dann noch einen, ohne die üblichen Bilder, Report über
die Jugend, bzw. die verlorene Jugend der Kinder und Jugendlichen die
damals gelebt haben.
Ein älterer Mann berichtete unter anderem darüber wie schwer es für ihn
war, nach dem Krieg zu belegen, dass er in einem KZ war, weil dieses
nicht zu den 15 großen KZ´s gehörte.
Ein anderer, was es hieß, in eine Schule zu gehen und dort zur Elite
geschliffen zu werden.
Dabei ging es hier nicht um Mittleid, sondern um eine Berichter-
stattung.
Mein Thema ist ja in diesem Jahr mein katholischer Glaube, also sammelte
ich für mich Information über die Situtation der Katholiken, Priester und
Gläubige, in dieser Zeit, auf die ich jetzt nicht näher eingehen möchte.

Ich stieß auf einen Satz, der mich sehr nachdenklich machte.
Es ist ein Zitat von  Elie Wiesel :

Der nachdenkliche Christ weiß, dass in Auschwitz nicht das jüdische Volk, sondern das Christentum gestorben ist.“

Kommentare

  1. Kirche im sog. Dritten Reich - spannendes Thema. Gibt es viel Literatur zu, unter anderem hier: http://www.bpb.de/

    Bis auf wenige Christen und ein paar Sekten haben sich die Kirchen in der Zeit schön arrangiert. 1945 waren sie dann plötzlich "alle schon immer" im Widerstand, jaja.

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  2. Weißt Du, wir, aus unserer Position, in unserem Leben, könnten gut urteilen, über die Fehler die in der Vergangenheit gemacht wurden. Wir waren nicht dabei. Ich weiß nicht, ob ich bereit wäre für meinen Glauben zu sterben ? Wärst Du es?
    Mein Opa hat im Krieg gekämpft, er war nicht im Widerstand. Er hat mitgemacht, weil er Angst um seine Frau und seine fünf Kinder hatte. Und so wird es vielen ergangen sein.

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  3. Ein sehr schwieriges Thema, wie ich finde und auch bestimmt sehr streitbar.....Aber ich finde es interessant, wie Du deinen Glauben von allen Seiten beleuchtest.....Ich kann und konnte NIE verstehen, was im Namen der Kirche "der Herr" so alles angeblich gut heißt und befiehlt oder verachtet und für meinen Geschmack zu sehr mit der Angst der Menschen "spielt".....

    LG
    Silberweide

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  4. Liebe Silberweide, die Kirche als Instution hat sich teilweise selbst überholt. Die gläubigen Christen die ich kenne, feiern gemeinsame Messen in dem Gebäude Kirche. Sind aktiv in ihrer Pfarre vor Ort, mit den Menschen mit denen sie leben. Versuchen das, was umzusetzen ist ( aufgrund der nicht wirklich am Leben der Menschen orientieren Weisungen von "der
    Obrigkeit), umzusetzen.
    Die Bibel ist in viele Sprachen übersetzt worden. In vielen Zeitepochen. Meine Meinung dazu ist: Jeder Übersetzer hat so gut er konnte übersetzt, die Entscheidungsträger haben veröffentlich was sie für richtig hielten und verschwiegen, was ihnen nicht suspekt war, was sie nicht verstanden haben oder was ihnen nicht in den Kram passte. Die Bibel, wie wir sie kennen - ich vermute der Originalverfasser (damit meine ich nicht Gott) wäre entsetzt. Für mich ist Gott kein strafender Gott. Die Menschen haben (ganz platt gesagt) sein "Wort" für ihre Zwecke gebraucht. Ich habe einen Satz aus der Bibel im Kopf (keine Ahnung wo er steht) : - In meinem Haus sind viele Zimmer - . Für Theologen und andere schlaue Menschen sicherlich aus dem Zusammenhang gerissen. Für mich
    " ein Zeichen " das für jeden Platz ist in seinem Haus. Oder anders ausgedrück: Soll doch jeder nach seiner Art glücklich werden dürfen.
    Ganz liebe Grüße.
    die Sammlerin

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  5. Guten Morgen meine Liebe,

    "...in meinem Haus sind viele Zimmer...soll doch jeder nach seiner Art glücklich werden..." Das würde ich auch auf jeden Fall unterschreiben, denn wenn es anfängt dogmatisch oder fanatisch zu werden, dann finde ich, wird es gefährlich.

    Aber offenen Herzens durch die Weltgeschichte reisen und leben und leben lassen, das wäre schön. Schade dagegen finde ich viele Geschichten der Missionierung - dieses Stempel aufdrücken häufig durch Drohungen, Angst machen und Gewalt...dagegen verlieren sich bestimmt viele gute Taten, die damals auch stattgefunden haben und eben auch heute stattfinden. Die Kirchengemeinde hier hat auch eine Menge zu bieten, finde ich gut, ist aber eben nichts für mich, obwohl manche Veranstaltungen wirklich interessant klingen, wenn da nicht über allem "Kirche" prangen würde. In diesem Leben wird das nichts mehr mit uns.....

    Wünsche Dir einen schönen Freitag
    Silberweide

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  6. Ich finde ja das Christentum sollte sich von der Kirche emanzipieren oder vollkommen neu reformiert werden. Ich mag den Grundgedanken des Christentums aber es hapert an der Umsetzung in unserer Zeit.
    Es braucht mehr mutige Menschen wie z.b. Kirche von unten, die den Laden aufräumen und die ollen Männer dahin schicken wo sie hingehören. Aber das wird wohl noch dauern, aber ich hab echt Hoffnung dass das mal passiert.

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  7. Hallo Nenya - das kann ich so unterschreiben.

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