Der Traum vom eigenen Garten

Angeregt durch bodecea mache ich mir Gedanken über meinen Traum vom eigenen Garten
und was er für mich bedeutet.
Gerne teile ich mit euch diese Gedanken.


Schon in meinem Kommentar hatte ich einen Anfang gewagt mir darüber schriftlich
klar zu werden.
Und eine Frage die sich mir seit dem immer stellt, warum ich glaube, dass ich nur so
der Natur wirklich nahe sein kann, wenn mich in einem Garten austobe.

Tatsache ist, dass der Balkongarten nur ein Ersatz ist, mich zeitweise beschäftigt, aber
mich nicht erfüllt, ausfüllt.

Oma und ich sind auch nicht wirklich als Gartenteam kompatibel, fällt also auch aus.



Spaziergänge im Feld sind nicht so belebend, wie Spaziergänge im Wald, vor allem
wenn da noch das Element Wasser mitspielt.
Wenn ich über die Felder meiner Heimat wandere, dann schweifen meine Gedanken
eher in die Vergangenheit und das was ich aus der Geschichte meiner Stadt weiß.
Das Langhaus aus der Steinzeit, dass hier irgendwo stand. Der Verlauf einer Grenze
zwischen Dörfern die sich beneideten oder die Front die hier rundherum war. Dort
die Alliierten, dort die Deutschen. Oder aber eine uralte Schlacht mitten im Feld, wo zum
Gedenken an die Toten Bäume gepflanzt wurden.Die Vorstellung das unter meinen Füßen
Bergarbeiter , wie Großvater, Vater und Bruder, Steinkohle abbauten und mit deren
Schweiß und Blut die Ringsrum sichtbaren Kohlehalden aufgeschütten wurden.
Eine Baumlinie zeigt den alten Verlauf eine Bahnlinie zwischen den Zechen,die
auch von den Menschen genutzt wurden , um zum Beispiel die nächste Schule zu
erreichen. 
Rings um mich herum sind diese Felder, über die zur Zeit die Traktoren ( hier sagt
man Trecker) fahren . Allein das löst bei mir Neid aus. Ein Feld bestellen ! Wow !

Im Wald habe ich das Gefühl zu atmen, zu leben und das Bedürfnis Bäume und Pflanzen
zu berühren. Die Luft ist klarer und leichter. Aber ich fühle auch meine Angst.
Angst nicht zu wissen, was hinter der nächsten Kurve auf mich zukommt. Ich kann
es nicht sehen, muss es auf mich zukommen lassen. Ich liebe es den Tieren zu lauschen,
gleichzeitig stehen meine Nackenhaare hoch, weil ich das Gefühl habe, permanent
beobachtet zu werden.

Aber nur im Garten habe ich das Bedürfnis mit meinem Händen die Erde ! zu spüren.
Gartenarbeit brachte mich auch körperlich an Grenzen, etwa wenn die Kraft nicht reichte
um mit der Astschere zu arbeiten oder Wurzeln aus der Erde zu graben.
Und es ist so herrlich befriedigend, wenn aus kleinen Samenkörner kräftige Pflanzen werden.
Und die Pflänzchen die nichts werden, werden gepflegt, gehegt und ungern kompostiert.

Der Geruch, die Farbe, der Geschmack von selbstgezogenem Obst und Gemüse.
Nichts ist sinnlicher für mich.

Mit meinen Händen kann ich vieles schaffen, allein das täglich Mittagessen und die
vielen anderen Dinge, die der Haushalt mit sich bringt. Dazu kommen noch meine Hobbies,
wenn ich denn Platz und Muße habe.Die Arbeit im Haushalt beschwingt mich ( manchmal
langweilt sich mich auch fürchterlich; aber das ist mit allem was zur Routine wird).
Die Arbeit im Garten ist wie Meditation.

Die nächste Frage ist also:
Wie bringe ich wieder einen Garten in mein Leben ?



Kommentare

  1. Danke für deine Gedanken! Ich habe leider gemerkt, dass ich für ernsthafte Gartenarbeit zu faul bin. Liegt auch am Gelände hier, unser Grundstück ist ein steiler Berg voller Gestrüpp. Man KÖNNTE mehr machen, klar... aber so ernte ich halt statt Spinat meine Brennnesseln und freu mich über ein paar Tomaten im Topf, auch gut ;-). Im Wald fühle ich mich wohl und geborgen. Den Wald sehe ich als Freund, als Therapeut, die Bäume als Zuhörer, als Beschützer.

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