Was machst DU eigentlich den ganzen Tag,

wenn ich in der Schule bin ?
Wenn ich nach Hause komme ist hier nie! aufgeräumt.


Diese Frage stellte mir meine 16-jährige Tochter letzte Woche
mit einem aggressiven Unterton,  kurz bevor
ich am Abend zu einem Treffen wollte und der Grund war, dass sie nicht
mit ihrer Freundin weiter Inliner fahren konnte, sondern nach ihrer schlafenden vierjährigen Schwester schauen sollte. Es war 19.15 Uhr und mein Abend
war gelaufen.
Ich ging nirgens mehr hin, sie übrigens auch nicht.

Und so gärt es in mir seit Tagen, denn bei der nachfolgenden
"Kommunikation" , sie weinte und klagte, ich antwortete ruhig und
stellte zu meinem Leidwesen fest - ich rechtfertigte mich .

Es war sicher ein Mutter-Tochter-"Gespräch" , dass so oder ähnlich
unzählige Male stattfindet. Und doch , für mich war es heftig. Ich
bin verletzter als ich zugeben wollte.

Meine Tochter ist nicht angepasst, oft sehr respektlos, manipulativ und
aggresiv. Versteckt das ganze hinter einer lieben Fassade, wenn es sein
muss, ansonsten trägt sie es sich vor sich hin.
Ich als Mutter merke immer erst in solchen Momenten wie oben beschrieben,
dass da was falsch läuft.
Meine Tochter ist fürsorglich, hilfsbereit, liebevoll. Auch das ist eine Seite
an ihr.
Ihre dunklen Seiten haben mich bisher nicht groß gestört, da ich es mich
nicht sehr betraf. Doch seit einem halben Jahr, seit sie in der Oberstufe ist,
wird mein Geduldsfaden immer dünner.

Und so frage ich mich zum Hundertsten Mal - wie erziehe ich meine
Tochter richtig. Im Hinblick auf die Vierjährige, die ich jetzt schon
strenger und konsequenter erziehen muss, da sie die Allüren der Großen
bereits jetzt zeigt.

Ich vermisse Respekt bei beiden Mädchen. Respekt vor mir. Respekt
zum Teil vor anderen Menschen und denke, was habe ich falsch
gemacht ? Bei der Kleinen kann ich gegenlenken, bei der Großen ?
Was lebe ich vor ?
Das ich keinen Respekt vor meinen Bedürfnissen habe ?
Dass ich auch respektlos über andere Menschen, nahestende oder auch
aus der Umwelt oder den Medien sprechen.
Wem zolle ich Respekt ?

Respekt, Achtung vor dem anderen - Mensch, Tier, Pflanze
Mir wird in vielerlei Hinsicht der Spiegel vorgehalten.
Heute mag ich reinschauen.

Und dann ist da noch ein anderer Gedanke ...

Oma erzählt von ihrer Kindheit/Jugend, in der sie hart arbeiten musste.
Natürlich wünsche ich das meinen Kinder nicht.
Aber ... in Watte packen ist auch nicht die Lösung.
Lieber alles selbst machen, damit das Kind sich nach einem harten
Schultag erholen kann.
Das ist tatsächlich ein Gedanke, der mich dazutreibt, meine Bedürfnisse
hinter die meiner Kinder zu stellen.
So wie es aussieht, tue ich keinem damit einen Gefallen.










Kommentare

  1. oh ja .... sich selber hinten Anstellen, diese verfluchte "Müttersackgasse" .... und warum?

    Eine Lösung habe ich leider auch noch nicht gefunden, aber vielleicht hilft es dir das du mit diesen Gedanken, Fragen nicht alleine bist?!
    Nachdenkliche Grüße von der Dryade

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    1. Hallo Dyrade - es war noch mal eine gute Lektion für mich. Da ich noch so einen Hopser groß ziehe, werde ich das Hintenanstellen jetzt mal etwas stärker reduzieren. Es ist jetzt einfacher bei einer 4-jährigen zu ändern, als vielleicht in einigen Jahren.

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  2. Ich bin ja keine Mutter, aber ich glaube, ich würde ausrasten, wenn meine Teenie-Tochter so was zu mir sagen würde. Ich war auch frech und unangepasst in dem Alter, habe aber nicht erwartet, dass man hinter mir herräumt und mich bedient. Ich wollte eigentlich nur meine Ruhe. Für mich selbst sorgen konnte ich in dem Alter schon lange. "Selbstständigkeit" wurde bei un sehr hoch gehalten. Vielleicht lässt du deine größeren Kiddies auch öfter mal mit ihrem kram alleine, statt sie zu betüddeln?

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  3. Schwierig, schwierig - eine Lösung habe auch ich nicht und mit Mädchen kenne ich mich ja schon gar nicht aus, aber für mich schreit das nach einem ernsthaften Geaspräch und vielleicht neuer Rollenaufteilung.....

    Es ist schwer, aus dieser "immer alles abnehmen und hinterher räumen Falle" aufzutauchen.....ja liebes Kind, weil ich keine Lust mehr habe, für und hinter dir herzuräumen, deshalb sieht es hier so aus.....
    Da darf aber doch auch mal ´ne Mutter keinen Bock haben, oder?

    Liebe Grüße♥

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  4. Deiner Süßen is schon klar, dass du die MUTTER bist und nicht die Putzfrau? Deine Kids sind mehrheitlich groß genug, ihren Mist selber wegzuräumen. Also ich glaub, bei _dem_ Spruch hätte das Töchterlein auch gut gegen die Wand fliegen können. Sorry, aber sowas geht ja wohl gar nicht!

    Ich geh davon aus, dass sie weiß, wo Staubsauger, Wischmop, Putzeimer etc. untergebracht sind. Wenn sie der Meinung ist, dass geputzt werden sollte, dann SOLL SIE DAS GEFÄLLIGST TUN!

    Boah, Sorry, bei sowas hats das Ommmm schwer bei mir... ;)

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  5. Hallo Ihr Lieben,Eure Kommentare habe ich heute erst gelesen.
    Zauberweib: Das ich nicht ihre Putzfrau bin, war ihr bis vor kurzem
    klar und es gab auch keine Diskussionen. Allerdings scheint ihr ent-
    gangen zu sein das eine Mutter "weisungsbefugt" ist und nicht eine
    Gleichaltrige, der man sagt , was sie zu tun hat.
    Silberweide: Das mit dem ernsten Gespräch war mir von Anfang an klar, allerdings wollte ich die Klausurenphase bzw. deren Ende abwarten. Bodecea: Während des Gesprächs letzten Mittwoch hat es in mir gekocht und am liebsten wäre ich ausgerastet. Allerdings weiß ich , dass ich bei diesem Kind damit nicht weiterkomme und ich dachte ich überrasche sie mal mit einer anderen Reaktion. Es war ihr relativ schnell klar, dass sie sich zu weit aus dem Fenster gelehnt hatte, allerdings hat sie nicht damit gerechnet, dass ich nicht tobe, sondern abwarte bis das ich ! in der richtigen Stimmung war.

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  6. mit ihrer Freundin weiter Inliner fahren konnte, sondern nach ihrer schlafenden vierjährigen ... inlinermaedchen.blogspot.de

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