Achterbahnfahrt

Mein Innenleben gleicht einer Achterbahn.

Gut drauf und einige Stunden später wieder gefangen im Gedankenkarussell.
Körperliche Symptome spüren und sich dann immer wieder sagen,
du bist gesund, fällt schwer.
Irgendwann versagt der Verstand und das Gefühl nimmt mich gefangen.
Kann nichts anderes denken, nichts anderes reden.
Freunde schreiben mir kurze Nachrichten in denen steht : " Du bist
gesund " .
Und ... schütze Dich vor ... ( Ich weiß was sie meinen, denn es steht
ganz deutlich in ihren Nachrichten.
Suche Halt im Tagebuchschreiben. Analysiere , schaue auf alte Ver-
haltensmuster. Und wenn ich die versuche zu ändern, kommt schnell
das schlechte Gewissen, dass genau soviel Unruhe verursacht wie
die "Schmerzen".
Die "Schmerzen " manifestieren sich und Montag geh ich sowieso zum
Arzt, hab da seit Wochen einen Termin. Ob er mir helfen kann ?

Dieses Auf und Ab mach unendlich müde, so dass ich mich am liebsten
mehrmals täglich hinlegen möchte um zu schlafen. Den Kreislauf unter-
brechen, erwachen "schmerzfrei" bis der Kopf wieder rundläuft.
Doch da ist eine nette kleine Göre die möchte meine ganze Aufmerksam-
keit, denn Barbie passen die Reitstiefel nicht und Ken hat seinen Kopf
verloren. Das sind die wirklichen Probleme ... lach.
Und so versuche ich immer wieder das zu machen was mein Haus-
arzt mir am Mittwoch vorschlug.
Hier der Dialog:

Arzt: "Fassen sie mit ihrer Hand freiwillig auf die heiße Herdplatte ? "
Ich : " Nein, ich bin ja nicht bekloppt !!! "
Arzt:  " Gut , dann denken sie doch immer wenn sie kontrollieren wollen
          - Herdplatte - "
Ich: " Werde ich versuchen, kann ja nicht schaden "
Arzt: " Dann mache sie sich eine Liste ... das muss ich tun ( z.B. Kochen,
         Betten machen, Radfahren mit Kind usw. ) und dass muss ich nicht
         tun ( .. kontrollieren, auf Schmerzen warten usw. )
Ich : " Ist bestimmt nicht einfach  "
Arzt : " Nein, aber ein Weg "

Und dann vertraute er mir etwas an.
Arzt: " Wenn ich unter Stress stehe, habe ich einen Kloß im Hals. Und dann
denke ich, ich habe Kehlkopfkrebs. Und das macht mich verrückt . "
Ich weiß was ich ihnen erzähle. Aber es geht. Versuchen sie es  "

Und so bin ich am Mittwoch nach Hause gefahren und habe unzählige Male
an diesem Tag " Herdplatte " gedacht und musste jedes Mal lachen.
Und am Abend bin ich zur Chorprobe und da musste ich an gar nichts denken
Nur singen und war tatsächlich " schmerzfrei " bis zum nächsten Tag.

Euch die ihr mich immer noch begleitet, ein schönes Wochenende.


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