Ein kleiner Blick auf meinen Balkongarten.
Den habe ich in den letzten vier Wochen sträflich vernachlässigt.
Und mich hatte ich auch hinten angestellt.
Gestern dann ein Tag nur für mich. Keine Telefonate um etwas zu
organisieren, zu klären und zu erfragen.
Das ganze Thema Krankheit und wieder gesund werden außen vor
gelassen.
Nur ich.
Dienstagnacht wurde mir klar, wenn ich so weiter laufe, komme ich aus
meiner Spur.
Also Handbremse gezogen, stehen geblieben und mal nach rechts und links
geguckt.

Es ist ganz leicht vom Weg abzukommen und schwieriger die Spur zu halten.
Sich darauf zu besinnen, was tut mir gut und wo hat das noch Platz.
Natürlich ist mir klar, dass die schwere Erkrankung meines Partners viel Raum
in meinem/unserem Leben haben wird in den nächsten Monaten.
Aber ganz egoistisch habe ich am Dienstag festgestellt, ich bin die , die gesund
ist. Ich muss mich nicht vor Sorge krank machen.
Die Therapie, von den Ärzten organisiert - läuft. Darauf habe ich überhaupt keinen
Einfluss. Und ich muss lernen, dass er für sich selber verantwortlich ist.

Er lebt allein in seiner Wohnung, was ich persönlich sehr schlimm finde.
Zwischen uns 200 km.
Aber zur Zeit ist es sehr schwer die Distanz zu ändern.
Er möchte in unsere Nähe ziehen und das möchte ich auch.
Allerdings würde ein Zusammenziehen aus Platzgründen sich sehr
schwierig gestalten und weder ihm noch mir in der jetztigen Situation helfen.
Eine kleine Wohnung zu finden, die dann auch noch vom Amt bezahlt wird,
gestaltet sich auch als schwierig.
Und so muss ich lernen , das unsere Fernbeziehung, die mittlerweile seit sechs
Jahren besteht, wieder einmal auf die Probe gestellt wird.
Das hat mich vier Wochen lang unter anderem dermaßen aufgerieben, dass ich
nachts nicht schlafen konnte.
Doch jetzt bin ich gerade an einem Punkt, an dem ich es akzeptieren lerne.
Ich kann nicht immer machen, es gibt Situationen, da muss es einfach aushalten,
dass nichts geht.

Und so habe ich mich gestern auf mich konzentriert, noch mal lange in einem Buch
gelesen. Picknick mit der Kleinen und ihrer Kindergartengruppe.
Abends früh ins Bett.

Bin bei meiner Therapeutin gewesen und habe die Bestätigung bekommen, dass
so ich wie das sehe, plane, denke ... für mich das Gesündeste ist.

Kommentare

  1. ...das ist mir auf der Scholle auch ein paar mal in den Sinn gekommen, was ist denn das gesündeste für mich? Irgendwie steht das immer ganz unten auf dem Zettel - oder gar nicht, weil so viele andere Dinge oder Menschen mir einfach wichtiger vorkommen, als ich selbst.....

    Ich glaube, es fehlt mir immer noch Respekt mir selbst gegenüber und dann geraten die eigenen Bedürfnisse doch arg in den Hintergrund und das ist gar nicht gut.....
    Schön, dass Du dir diese kleine Auszeit genommen hast, klingt gut und richtig☼

    Ich wünsche Dir ein schönes Wochenende liebe Sammlerin♥

    AntwortenLöschen
  2. Hallo Silberweide, schön das du mich besucht hast. Auch dir ein schönes Wochenende.

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen