...vom Sterben ( die Sorge eines kleinen Mädchens)

Nein, bei uns ist niemand gestorben.
Aber das Sterben beherrscht im Moment die Gedanken
meiner kleinen Tochter. Im November wird sie fünf.
Es liegt wohl daran, dass es Erwachsene in ihrem Umfeld gibt,
die nicht so sensibel sind und über die Erkrankung ihres
Vaters sprechen.
Die Kleine weiß ihr Papa hat Krebs.
Lange hat sie gedacht es wäre ein Tier das in ihm wohnt.
Dann war sie mit mir zu Besuch bei ihm und musste
leider auch mit zu diversen Untersuchungen.
Und lernte junge und alte Menschen kennen die
Krebs haben.
Die krank aussehen.
Die einen Port haben.
Die Infusionen bekommen ...mit Heilwasser, wie sie die Chemotherapie
nennt.
Oder mit Blut, weil das kranke Blut erfrischt werden muss.

Und dann sind dann die Begegnungen mit Menschen die zu mir
sagen : " Haben sie schon gehört. Der und der ist auch an Krebs
gestorben ." Ohne nachzudenken , egal ob das Kind dabei ist.

Und die kleine Maus fragt sich nun ...muss Papa sterben ?
Wir haben darüber schon viel Tränen geweint.
Denn ich kann ihr nichts versprechen . Ich kann ihr nur
Mut machen. Das Papa Arznei bekommt damit er wieder
gesund wird. Und das die Arznei Papa auch krank und schwach
macht.

Und dann kommt mitten in der Nacht aus dem Schlaf der Ruf
" Mama ...lebst du noch ??? "
Und wenn ich mit "Ja" geantwortet habe, dann dreht sie sich
um und schläft weiter.

Vor zwei Tagen meinte sie: " Können wir die Oma anrufen ? Ich
will mal hören, ob sie noch lebt . "
Ich war sehr froh das meine Mutter zu Hause war und direkt ans
Telefon gegangen ist.
" Oma, ich dachte du bist tot, aber bist du ja gar nicht. Tschööö "
Und die Oma, die um die Not ihrer Enkelin weiß, machte sich
auf und kam auch noch persönlich vorbei. Nur damit das kleine
Mädchen sie sehen durft.
Meine Mama ist 78 und noch sehr fit. Zu uns läuft sie 20 Minuten
und es war später Nachmittag. Ich war ihr sehr dankbar für den
Besuch.

Der Satz " der Tod gehört zum Leben" ist bei uns mehr als Alltag.
Ich bin froh, dass ich gut mit dem Thema umgehen kann und meine
Kleine auffangen kann.

Und manchmal sagt sie ... Wenn Papa stirbt bin ich nicht allein,
ich habe ja dich und meine Geschwister . Und ich hab Ronja ( unseren
Hund ) . Und wenn Papa gesund wird, gehe ich wieder mit
ihm schwimmen.

Liebe Maus , ich wünsche dir einen gesunden Papa.

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