Eine Stunde für mich

Heute war wieder Therapie und schon lange habe ich michnicht mehr so sehr darauf gefreut. Ich sass noch nicht ganz in "meinem" Sessel, da flossen sie alle, die zurückgehaltenen Tränen. Die Wut und die Enttäuschung ,die Zukunftsangst ... alles durfte rausfließen.

Zum ersten Mal seit langem habe ich über M I C H  gesprochen. Meine unterdrückten Ängste vor der Zukunft, meine Empörung über Menschen die mir Nahe stehen und die bewußt oder unbewußt so respektlos mit mir umgehen. Ich liebe diese Menschen mehr als mein Leben und darum fällt es mir auch schwer, mich zu wehren. Heute durfte ich lernen, dass ihr Verhalten egoistisch ist und ich mir das nicht nur einbilde.

Ich konnte mich über die Ungerechtigkeit des Lebens ausweinen und niemand sagte lapidar ... das wird schon oder mir geht es auch nicht anders . Es ging um mich.

Und als ich nach Hause kam, war ich einfach nur erschöpft. Aber nicht mehr mutlos. Es geht um mich und das ich mich wieder in den Fokus nehme.  Mich neu ausrichte. Der nächste Termin ist in sechs Wochen, wegen der Osterferien und meine Hausaufgaben sind klar strukturiert.

Heute bin ich sehr dankbar für diese wunderbare Frau, die mich schon so viele Jahre begleitet. Unsere Zeit neigt sich dem Ende, sie geht in Rente und ich wünsche mir, dass ich dann auch in Therapierente gehen kann. Lach.
Das ist mein Ziel 2015.
Es gibt doch eins und ich dachte schon ich hätte keine Ziele mehr.





Kommentare

  1. Dieses Über-mich-reden-können war eins der wunderbaren Erfahrungen in meiner Therapie und hat mir ganz viel geholfen... Meine Therapie geht zu Ende und das ist auch o.k. Ich denke, meine Flügel sind weitgehend geheilt und die ersten Flugversuche waren zwar noch nicht anmutig aber auch nicht schlecht :)

    LG irka

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  2. Das ist schon so eine Sache, wenn man eine Person gefunden hat, auf die man sich wirklich einlassen und wo man sich wirklich fallen lassen kann. Bzw. Frau. Vertrauen ist das Zauberwort, wirklich nicht die leichteste Übung. Ich hatte da sehr viel Glück vorletztes Jahr und würde auch zu meiner Therapeutin immer wieder wollen, wenn es nötig wäre. Freundinnen haben da ganz andere Erfahrungen gemacht, kamen nicht auf Anhieb so gut klar.
    Ich drücke die Daumen daß Du Dein Ziel erreichst und Eure Wege sich mit einem lachenden und einem weinenden Auge trennen können!

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