Bin ich eine gute Mutter

Diese Frage in einer ähnlichen Form stellte die WildeWölfin.

Ich habe dort unter den Kommentaren sehr ehrlich geantwortet und
doch ist es mir einen Post wert.

Was wünsche(te) ich mir für meine Kinder die heute 5,18,23 und 25 Jahre alt sind ?

Als ihr Vater sich vor 10 Jahren von mir/uns trennte, weil eine andere Frau ihm
wichtiger war, da hatte ich nicht nur das Gefühl als Frau zu versagen, sondern
auch als Mutter.
Wir waren eine normale, glückliche Familie, eingebunden in eine Großfamilie.
Natürlich gab es Alltagsprobleme, aber mir war nie klar, wie sehr er wohl
eine Veränderung wünschte.
Ich hatte versagt, dachte ich damals, weil ich es nicht schaffte für meine Kinder
eine Familie zu erhalten. Denn hierzu gehörte für mich immer auch ein Vater.
Die Kinder und ich gaben Freunde, Haus, Haustiere und Familie auf, weil wir
aus finanziellen Gründen umziehen mussten.
Vom gutsituierten Leben mit Haus, Autos, Pool und Geld in eine Sozialwohnung.
Die armen Kinder und ich hatte es versaut.
So dachte ich damals .... anfangs.

Ich war/bin erwerbslos nicht arbeitslos. Das muss ich Müttern nicht erklären.
Doch durch meine Erwerbslosigkeit bekamen die Kinder und ich etwas geschenkt,
was es so in unserem alten Leben nie gegeben hätte.
Zeit.
Nähe.
Allein durch das beengte Wohnen kam viel Nähe auf, ich bekam vielmehr mit
was die Kinder in ihren Zimmern machten, durch die Zeit mit wem sie was
unternahmen. Zeit füreinander. Jeder hatte seine Zeit mit mir.
Ich sehe das heute als ein Geschenk. Ich war näher dran an meinen Kindern.
Ihren Freunden. Ihren Unternehmungen. Ohne das sie sich beobachtet fühlten
oder abgefragt.
Wir hatten von heute auf morgen kein Auto mehr und die Kinder, auch die damals
8 -jährige, lernten sich nicht auf Mama-Taxi zu verlassen.

Mein Großer lebt seit drei Jahren in Köln, finanziert sein Studium durch Arbeit
und hat mir mal ganz am Anfang seiner Studienzeit gesagt:
"Ohne die Erfahrung wenig zu haben, könnte ich jetzt nicht mit dem wenigen
so viel machen ".
Das sehe ich als Kompliment.
Klar würde ich ihm gern seinen Kühlschrank füllen und Geld für eine neue
Winterjacke geben, aber es geht nicht. Meine Türe und mein Ohr sind immer
für ihn offen, dass weiß er zu schätzen.


Meine 18-jährige wurde über lange Zeit auf der weiterführenden Schule gemobbt,
wollte jedoch nicht das ich mich einmische.
" Du löst deine Probleme auch alleine" war ihre Ansage, damals.
Sie weiß und wusste, egal was passiert, ich stehe zu ihr.
Sie hat ihr Problem gelöst und bis heute genießt sie einen gewissen
Respekt von ihren Mitschülern, ohne das sie Gewalt oder Druck
ausüben muss. Sie ist sehr engagiert für andere Kids die Probleme
haben . Das liest sich so einfach, aber ich versichere Euch, das waren zwei
harte Jahre, bis dass alles geklärt war. Schlaflose Nächte. Verweinte Tochter.

Der mittlere der Drei erzählt immer wieder, wie gut es für ihn war aus
der Komfortzone Großfamilie rausgekommen zu sein.
Erst nach dem Umzug hat er gelernt für sich zu sorgen und zu denken.
Vorher machten das Bruder, Großmutter und Eltern.
Hier hat er sich Freundschaften aufgebaut, ist aus dem Schatten seines
Bruders getreten, auch weil ich die Leine länger ließ, als sie vorher
war.

Meine fünfjährige Tochter fordert mich noch einmal ganz besonders.
Ich bin ziemlich erziehungsmüde nach 25 Jahren und habe die ersten
Jahre eher laufen lassen. Vor einem guten halben Jahr habe ich mich
besonnen , wieder die Mutter zu sein, die die Großen kennen.
Liebevoll, konsequent, mit Ecken und Kanten ...
Und ich spüre es tut ihr gut.

Bin ich eine gute Mutter ?

Hier ein Zitat von meiner großen Tochter

" Mama, weiß du was ich mir wünsche?
Das ich meinen Kindern so eine Mutter sein werde, wie du es
für uns bist. 
Das meine Kinder so stolz auf ihre Mutter sind, wie ich es bin."







Kommentare

  1. Toll! Das Zitat deiner großen Tochter sagt doch alles. :-) Bodecea

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