Ein Blick zurück ...oder auch zwei

Irgendwie ist mir heute nach Rückblick, also dachte ich mir ich schaue mal
auf die vergangene Woche zurück und was so los war bei mir

Ein Thema was uns alle beschäftigt, auf die ein oder andere Weise und über das
ich nicht schreiben oder reden möchte, hat meine Wahrnehmung gestört.
Egal wohin ich lese oder schaue, wird von Flüchtlingen heute, früher oder noch
viel früher gesprochen. Ich sehe Bilder von verzweifelten Eltern, traurigen Kinder,
wütenden Menschen in allen Hautfarben.
Es verändert mich und zwar so.
Ich gehe durch die Straßen , beim Einkaufen z.B., sehe in die Gesichter der Menschen
und denke .... bist du einer von Ihnen oder schon länger hier. Vielleicht sogar hier geboren.
Ist es nicht seltsam ?
Bisher war es mir vollkommen egal woher mein Gegenüber kam, solange er sich mir
gegenüber "benahm". Jetzt frage ich mich blitzschnell ... Flüchtling ????
Es hat sich eingeschlichen, die Neugierde ... wie sieht so ein Flüchtling aus.
Ich finde das total bescheuert und schelte mich selber, doch den Gedanken kann ich
nicht verhindern. Die Frau mit der kaputten Hose und dem weinenden Kind...
der junge Mann der einfach nur so auf der Bank sitzt ... Unfassbar. Was passiert
mit mir ?


Klassentreffen ... nach 33 Jahren.
Ich war eine der Mitorganisatoren und den Satz den ich am meisten hörte war,
warum hast du das nicht schon eher organisiert.
Wieso ich ?
Wie waren 26 Schüler, damals in der 9. Klasse ?
Es ist schon komisch, du kommst zum Treffpunkt, siehst die Leute da sitzen
und erkennst sie alle.
Irgendwie hat sich keine(r) verändert ... natürlich haben wir das. Aber keiner
so, dass man sich nicht wieder erkennt.
Interessant finde ich, dass das Bild das ich von mir in der damaligen Zeit hatte,passt
so gar nicht mit dem der anderen und ihren Erzählungen über mich, überein.
Bis auf den Satz : " Du hast doch nie lernen müssen "
Stimmt. Ich habe immer allen Nachhilfe gegeben.
(Und wundere mich heute, warum es mir ein Bedürfnis ist, Kindern das Lesen, Schreiben
und Rechnen beizubringen).
Ich habe auch die anderen überhaupt nicht wirklich wahrgenommen oder es vergessen.
Streiche , vor allem die der Jungs, sind irgendwie an mir vorbeigegangen.
Ich persönlich habe alle immer nur um ihre Freiheit beneidet.
Ich war 14 und keiner war so jung wie ich. Unsere Älteste war 17.
Aber wie sagte einer der Jungs von damals . " Deine Eltern waren so scheiße
streng, man hatte Angst dich irgendwohin abzuholen "
Und das deckt sich wieder mit meiner Wahrnehmung. Bei Freizeitaktivitäten
durfte ich nie mit und darum war ich montags immer außen vor.


Mal wieder der Zahnarzt ...
Ich hatte mal wieder so Panik das irgendwas ist, dass ich am Dienstag
zum Zahnarzt geschlichen bin.
Der weiß um mein Trauma und meine Angst . Ganz ruhig untersuchte er ,
beruhigte, lächelte .
Ich kam mir so doof vor, das mal wieder für nix auf der Matte stand.
Doch der Mann lächelte und sagte: " Dafür bin ich da "

Ehrenamt
Im Chor ist der Wurm drin. Die Umstellung auf den neuen Chorleiter,
neue Lieder, neue Probegestaltung verursacht Unruhe. Und Rücktritte.
Jetzt stehen im November Neuwahlen an, ein neuer Vorstand muss her.
Und wenn es keiner machen will, dann löst sich ein 80 Sänger starker
Chor einfach auf.

Im Kindergarten bin ich im Elternrat und bin mal wieder nicht überrascht,
dass es nicht ganz stimmt, was den Eltern am 1. Elternabend so erzählt wird.
Zum Beispiel: Der Eltern trifft sie 2-3 mal im Jahr.
Da bekomme ich direkt einen Lachflash. Nach dieser Rechnung, sind
wir sechs Wochen nach Beginn des neuen Kindergartenjahres durch
mit den Treffen. Aber was machen die 4 Termine bis Dezember in
meinem Kalender ?? Das mit dem Rechnen und den "Wahl"versprechen
üben wir noch mal.

Träume 

Manchmal spinnert man ja so rum .
Diese Woche zum Beispiel dachte ich mir, warum warten bis dass
das kleine Kinder groß und selbstständig ist. Warum nicht jetzt
das Lebensruder herumreißen und mal was ganz anderes planen.
Und ich träumte...
Ich ziehe nach Norddeutschland. Ans Wasser. Dann brauche ich
nicht mehr warten bis ich mal Geld oder Urlaub habe, sondern
kann ans Meer wann ich will.
Schulen gibt es dort auch. Grins...  Grüße an meine Leser(innen)
im Norden.
Der Wunsch der Kleinen ist es in der Nähe eines Bauernhofes
zu leben und ihre Pferdeleidenschaft zu leben.

Mein Wunsch ...das Meer.

Nächstes Jahr wird sie eingeschult, dass heißt, beim Wechsel
auf die weiterführende Schule wäre ein guter Zeitpunkt. Dann
sind die Großen über alle Berge. Ich nur noch für uns zwei
verantwortlich.

Oder doch in den Odenwald ?

Grins.

 























Kommentare

  1. Odenwald ist toll! ;-)

    Bodecea

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    1. Hallo Bodecea, das muss ich unbedingt noch selber herausfinden.
      Ich habe Dir ja mal geschrieben, wie oft mir der Odenwald in meinem Alltag
      begegnet. Ich würde so gerne noch mal einen guten Krimi aus der Gegend
      lesen. Ist schon länger her, das ich einen in den Händen hielt. " Feuerrad" hieß er wohl .
      Schade, dass Du mein Gesicht nicht sehen kannst.
      Liebe Grüße in den Odenwald
      die Sammlerin

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  2. Ich wohne auch an der Grenze zum Odenwald, mag aber den Taunus lieber (ist ja auch gleich ums Eck :) ). Trotzdem träume ich wie du vom Meer, irgendwann später. Denn wenn, würde ich wirklich abgelegen leben und ein kleines Haus selbst entwerfen wollen (so aus Naturmaterialien, ganz rund, "gewachsen" und organisch). Das kann und mag ich jetzt noch nicht, aber ich find es auch schön, eben ganz bewusst einen Traum "für später" zu haben. Wenn alles, was ich jetzt genieße irgendwann leider vorbei ist, dann hab ich diesen Traum noch übrig und kann ihn erfüllen.

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    1. Hallo Feri,
      ja einen Traum für später ist, glaube ich nie verkehrt.
      Haus mit Garten, Hühner usw. Ich hatte das alles schon mal
      und vermisse es in meiner Stadtwohnung sehr.
      Träume sind wichtig. Sie beflügeln unsere Phantasie ( oder wie man
      es heute schreibt Fantasie) .
      Liebe Grüße
      die Sammlerin

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