Meine Fastenaktion 2016 - Zwischenbilanz

Noch 23 Tage bis Ostern, die Fastenzeit endet in der Osternacht.
Zeit für eine Zwischenbilanz.

Verzichten fällt mir in diesem Jahr extrem schwer.
Das mal vorneweg.
Der Plan auf Fleisch zu verzichten, war in der ersten Woche kaum umzusetzen
und gestaltet sich immer noch  als schwierig.
Reflexionen meinerseits lassen mich den Grund erahnen und ziehen sich in diesen
Wochen durch meine Gedanken.
Ich bin des Verzichtens müde. In dieser Wohlstand- und Konsumgesellschaft, in der
ich alles haben kann , wann ich will, wenn ich es auch bezahlen kann, komme ich
mir mit meinem minimalen Plastikverzicht und regionalen Einkaufsplan manchmal vor
wie Don Quijote als er gegen die Windmühlen kämpfte.
Ohne Unterstützung auf einsamen Posten in meinem Familien - und Freundeskreis,
habe ich im Moment keine Lust auf Verzicht.
Warum über alternatives Waschmittel nachdenken ( und es einsetzen)
wenn die Tochter und die Nachbarn
extrem riechendes Markenwaschmittel plus Weichspüler benutzen ?
Ich bleibe auf der Spur in diesem Fall, aber manchmal komme ich  mir ganz schön be-
scheuert vor.

Plastikkonsum:
Ich könnte schreien über den Plastikmüllberg meiner Familie . Ich schließe mich nicht
aus. Ich produziere mit. Unzählige Male bin ich in den letzten Wochen zur Tonne ge-
laufen und habe den Eimer geleert.
Glutenfreies Brot, Nudeln, Mehl ... Plastik - Plastik - Plastik
Aber nicht nur da.
Der ganz normale Alltag besteht aus Plastik. Und um unser Gewissen zu beruhigen
nutzen wir Stofftaschen und Glasflaschen wo immer es geht.
Mir ist mit Erschrecken klar geworden, dass wir in Plastik ersticken. Alles ist irgend-
wie in Plastik.
Und jetzt steht mir auch noch eine Tupperware-Party ins Haus, weil der Große seinen
Haushalt plant.
( Ich muss zugeben, ich stehe auf den Kram und das wird die Versuchung pur )

Zucker:
Auch hier ist der Schrecken groß.
Mein Lieblingsjoghurt - ich ahnte es schon - unzählige Zuckerstücke auf 250g.
Die Kleine und ich haben damit begonnen, jeden Nachmittag Joghurt anzurühren.
Naturjoghurt - im Glas wenn ich ihn kaufe, in Plastik wenn ich ihn bei der Tafel
bekam. Joghurt und Obst ... da fehlt uns eindeutig die gewohnte Süße. Also immer
eine Banane dazu (möglichst braun, da ist sie süß genug) . Nach zwei Wochen
kann ich keine Bananen mehr sehen. Wenn wir mit Zucker nachsüßen, dann mit
dem Teelöffel, weil ich mir die Menge bewusst machen will.
Meinen Cappuccino trinke ich nicht mehr - bis Ostern . Und Kaffee ohne Milch
und Zucker .
Zucker sparen - eine schmerzliche Angelegenheit.
Ich habe auch ein Buch darüber gelesen, aber ehrlich gesagt kann ich mit Ernährungs-
ratgebern nichts mehr anfangen.

Mein Fazit:
Verzichten ist anstrengend.
Bewusst hinschauen ist erschreckend und macht zur Zeit mutlos.


Kommentare

  1. Naja, nur weil Leute um dich herum geistlos handeln heißt das doch nicht, dass dein Beitrag wertlos wäre! Klar, bei einigen Dingen ist es heute schwer, gute Alternativen mit verhältnismäßigem Aufwand zu finden. Ich freue mich darum umso mehr über die Lösungen, die ich finden und anwenden kann.

    Bei uns im Haus wohnen 7 Mietparteien, vor etwa einem Jahr hatten wir dafür noch eine große gelbe Tonne (wird hier zusammen mit Restmüll verbrannt), 2 normale Restmülltonnen und eine große Papiertonne, Biotonne hat niemand genutzt außer mir. Inzwischen sind bei zwei Wohnungen neue Mieter drin und es sind jetzt 3 große gelbe Tonnen, die trotzdem noch ständig voll sind, und 2 große Papiertonnen nötig. Und ich frag mich, wie es bitteschön ein so kleines Haus schafft, so viele Mülltonnen zu füllen, wenn es vor einem Jahr noch nur fast die Hälfte davon anfiel. Mag frustend sein, aber: für mich ist das Verhalten der anderen nur abschreckend, nicht demotivierend. Grade deswegen sieht man doch wie wichtig es ist, andere Wege zu finden. Und du bist ganz bestimmt nicht die einzige, auch wenn um dich herum alles im Müll versinkt: überall gibts Leute, die (mehr oder weniger extrem) besser handeln, und wenn man das unterm Strich wieder zusammenzählt, haben wir auch viel erreicht. Nur eben über eine größere Fläche verstreut, darum nicht so leicht zu erkennen ;)

    Ach so, zum Zuckerersatz: ich mix mir immer Honig (vom Imker, nicht den hocherhitzten) in meinen Joghurt/Skyr/wasauchimmer. Ist zwar auch Zucker drin, aber in geringerer Menge und deutlich gesünder als der Industriezucker.

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    1. Hallo Feri,die Veränderungen die ich in meinem Leben eingeführt habe ( Tasche, Waschmittel ) mag ich auch nicht rückgängig machen. Das fühlt sich für mich nicht gut an . Sicher werde ich aus diesem "Tief" wieder rauskommen, denn mein Bauch verbietet mir z.B. Bananen in Plastik zu kaufen und das werde ich auch nicht tun, wenn alle anderen es machen. Danke für Deine lieben Worte.
      Honig: Niemals würde ich Honig (bewußt) essen,der nicht ! vom Imker kommt. Wir haben hier einen vor Ort und es ist einfach himmlisch.Du hast recht, Honig kommt mit in den Joghurt. Manchmal sieht man den Wald vor lauter Bäumen nicht.

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  2. Hallo!

    Den Frust kann man wirklich aus Deinen Zeilen heraus lesen. Aber ich habe da leider auch keinen Tipp für Dich.

    Bei mir klappt auch nicht immer alles.

    lg
    Maria

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    1. Hallo Maria,
      schreibt Du nur weiter Deinen inspirierenden Blog. Der gibt mir nämlich wirklich das Gefühl, das sind noch andere wie ich.

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  3. Liebe Sammlerin,
    ich nocheinmal, die stille Leserin,bitte nicht aufgeben beim Plastiksparen. Das, was du von deiner Familie schilderst, empfinde ich bei meiner sehr ähnlich. Und dennoch, mein Vorbild beim Plastikeinsparen legt Grundsteine bei den Kindern/Jugendlichen.
    Eine Plastiktüte weniger ist eine weniger! Besser als eine mehr!
    Aber ich ahne natürlich, was du meinst im Angesicht der täglichen Plastikschlacht. Dennoch stelle ich fest, dass meine selbstgenähten Tüllbeutel (für Obst usw. im Supermarkt)immer mal wieder Aufsehen erregen und andere Menschen inspirieren, es auch einmal mit Plastik sparen zu versuchen.
    Daher sei guten Mutes. Lieber etwas Kleines tun, als Nichts...:0))
    Viele liebe Grüße
    von Grit Lang

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    1. Hallo Grit, Dein selbst genähten Tüllbeutel würde ich gerne mal sehen. Hast du auch einen Blog ?

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  4. Huhu,

    verwendest du gar keine Süßstoffe? Ich weiß, die haben auch nicht immer den allerbesten Ruf, aber ich denke, ein paar Süßstofftabletten sind immer noch besser, als wenn ich mir lauter Zucker in meine vielen Kannen Tee am Tag schaufel... manche mögen ja auch Stevia, das find ich aber eklig vom Geschmack her.

    Liebe Grüße
    Bodecea

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    1. Hallo Bodecea, Süßstoffe sind böse - lach. Das habe ich so im Hinterkopf, seit ich als junges Mädchen ein Buch über Zucker gelesen habe und dort erwähnt wurde ,dass sie in der Schweinemast verwenden finden ( ob das heute noch so ist, weiß ich nicht ) . Stevia finde ich übrigens auch total ekelig. Mal sehen,was ich nach der Fastenzeit für eine Lösung für meinen Kaffee finde.

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    2. Huhu,

      das mit der Schweinemast stimmt zum Teil - wird aber wohl nur verwendet, weil die Ferkel süßes Zeug lieber fressen, nicht, weil sie vom Süßstoff zunehmen.
      http://www.zeit.de/2008/15/Stimmts-Suessstoff

      Auch anderer Negativeffekte relativieren sich, wenn man sich Studien genauer anschaut. Oft müsste man das Zeug kiloweise futtern, damit es schädlich wird.

      Ich denke einfach, es ist eine Abwägungsfrage, ob man mögliche Nebeneffekte des Süßstoffs schlimmer findet, doch lieber den Dickmacher Zucker futtert oder aber ganz auf Süß verzichten kann/will...

      LG Bodecea

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    3. Dann tausche in den Zucker für den Kaffee schon mal gegen das gute alte Natreen oder was es heute so gibt. Tee mit Honig geht ja prima und Cappuccino ...

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  5. Liebe Sammlerin,
    leider habe ich keinen Blog. Doch wenn du "selbstgenähte Tüllbeutel" googelst, kommt ja immer etwas. Habe für 3.-Euro/Meter Tüll im Stoffgeschäft gekauft (nach langem Ringen mit mir, ich hätte lieber Baumwolltüll gehabt, doch bei 25.-Euro/Meter war das eindeutig zu teuer) und einfach rechteckige Stücke geschnitten, einmal umgeklappt, zwei Seitennähte gesetzt, oben einen Tunnel kreiert und ein Organza-Bändchen durchgezogen. Fertig. Erstaunlich stabil, allerliebst anzusehen und vor allem: wiegt nix! Was ja beim Obstabwiegen wichtig ist.
    Viele Grüße
    Grit Lang

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  6. Ich schätze, solche Frustanfälle kennt jedeR. Da freust dich dumm und dusslich wegen einer eingesparten Plastiktüte oder einer Holz-statt-Plastik-Zahnbürste, was angesichts des Plastik-"Kontinents" im Ozean ziemlich winzig, sinn- und nutzlos scheint.

    Umso wichtiger ist es aber, dass wir unsere _eine_ Plastiktüte eben _doch_ einsparen. Weil Kleinvieh macht auch Mist und irgendwann werden wir so viele sein, dass es tatsächlich etwas ausmacht, etwas bewirkt. Ich hab gerade diese Woche erst eine Mail an eine Herstellerfirma geschickt, die ihr Produkt in Plastik verpackt in eine Plastikschale steckte, die wiederum auf einer Plastikschale ruhte, um weiterem Plastik Raum geben zu können... bei so viel Plastikmüll mach ich mir einfach die Arbeit, weil ich auch da so optimistisch bin, dass ich daran glaube, wenn _ich_ mir die Zeit nehme und diesen Wahnsinn beanstande, machen das vielleicht fünfsechsiebenachtneun andere Menschen auch. Und damit lässt sich dann vielleicht ja wirklich was bewirken. Und vielleicht fällt bei dem Produkt innem halben Jahr dann vielleicht wirklich etwas Plastikverpackungsmüll weg. Und dann wär halt schon mal etwas mehr als "nur eine Plastiktüte" erreicht...

    Durchhänger gehören einfach mal dazu, kein Grund zur Panik. Ich knuddle dich und bin stolz auf dich, dass du dich trotz der ignoranten Wesen um dich rum nicht beirren lässt und deinem Weg treu bleibst! Die andern kannst du nicht ändern. Aber du kannst mit gutem Beispiel voran gehen. Und was deine Kids bei dir lernen (sich von dir abguggen), werden sie selber später auch so handhaben. Du siehst also, du bewirkst bereits eine ganze Menge!

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    1. Hallo Zauberweib, ja manchmal hat man einen Durchhänger, aber im Großen und Ganzne gibt es kein Zurück.
      In den letzten beiden Wochen schreibe ich Kosmetikfirmen, die mich interessieren, an und frage nach Produkten in Glasbehältern. Schön finde ich, dass alle bisher zurückgeschrieben haben. Darüber verfasse ich gerade einen Post für das Thema Beauty. In unserem Supermarkt um die Ecke hat gerade ein Führungswechsel stattgefunden. Der neue Mann ist jung und kramt gerade den ganzen Markt um. Motiviert durch seine Mitarbeiter hat er ein größeres Angebot mit glutenfreien Produkten eingeführt. Ich habe mich persönlich bei ihm bedankt und als nächstes Frage ich mal, wie es mit Milch in Flaschen aussieht - lach. Die gab es bisher nur bei der Konkurrenz im Ort. Du siehst ... ich kann gar nicht zurück

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  7. Positives Feedback! Auf ganzer Linie. Auch "des Verzichtens müde" zu sein klingt absolut plausibel. Heute zu Tage bekommst Du alles überall für Geld und wenn Du mehr oder weniger willst, musst Du mehr Geld haben. Das ist erst einmal grundsätzlich furchtbar.
    Aber jeder einzelne Gang und jede einzelne gesparte Sache ist gespart. Sei es eine Tüte, oder gar eine Tüte die wiederverwertet wurde, etc etc.
    Auch in Zeiten des Hochkonsums ist es ultra wichtig mit dem Rad zum Bauern zu fahren und Eier zu holen - dabei natürlich die Pappschachteln immer wieder mit zu nehmen. Das zelebriere ich wöchentlich. Zwar wohnt meine Mutter 40 Kilometer von mir weg, aber sie hat es begriffen und hebt die Eierkartons von mir immer auf, weil ich die wieder mitnehme, wenn ich zu ihr komme und ihr Eier bringe. Es klingt alles kurios und einen Tropfen auf den heißen Stein, aber im Ganzen sind die kleinen Helferlein und fleissigen Recycler und/oder Sparer die, die es letzten Endes ausmachen.
    Ja, ich könnte mir 3x pro Woche allen Mist mit Heim bringen, (ich arbeite 3 Tage die Woche) aber meine Gemüsekiste kommt immernoch. Und auch dort gebe ich alle Verpackungen zurück. Denn die sind Bio und dürfen die Dinge wiederverwerten, weil es nicht darin gelagert wurde.

    Mit eigenen Taschen Gemüse abwiegen - das muss ich unbedingt auch mal machen. Finde ich superklasse!

    Liebe Grüße
    Beltane

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  8. Hallo Beltane, danke für Deinen Kommentar. Heute morgen war ich auf dem Wochemmarkt und hatte nur eine Stofftasche dabei. Der Verkäufer packte meine Sachen in eine kleine Plastiktasche, schneller wie ich gucken konnte. Zum ersten Mal fiel mir auf, wie viele Menschen auf dem Markt lose Ware einkaufen und dann alles in diese kleinen Plastiktaschen packen . Ich bin in den örtlichen Drogeriemarkt , kaufte mir eine Stoffpfandtasche, packte mein Obst und Gemüse darein und bin dann zum Marktstand zurück. Ich habe die kleine Plastiktüte zurückgegeben und gefragt, warum ich in Supermärkten die Wahl zwischen Plastik, Stoff und Papier habe und hier eine kostenlose Plastiktüte bekomme. Der Marktverkäufer will es weiterleiten. Nächste Woche ist der Chef da, den spreche ich direkt an.
    Ich kann einfach nicht aus meiner Haut. - Lach

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