Ich bin eine Normal-Esserin

Dieser Titel fiel mir heute morgen so ein.

Meine großen Kinder sind zwischen 18 und 25 Jahre alt .
In letzter Zeit erinnere ich mich immer häufiger daran, wie das Leben,
also mein Leben, so war , als ich in diesem Alter war.

Diesmal ist es die Ernährung.

Heute wissen !? wir so viel über Ernährung, werden überflutet mit Information
über Lebensmittel,Nahrungsmittel, Inhaltsstoffen, Schadstoffen .
Ohne schlechtes Gewissen darf man heute im Prinzip nichts essen.
Kaufst du im Supermarkt Bio Bananen, sind sie in Plastik eingepackt und haben
einen langen Transportweg und damit eine schlechte Ökobilanz.
Das als ein Beispiel.
(Meinen Kindern geht das alles auf den Senkel, diese Überinformation.
Danach gefragt, ist ihr Tenor - wir werden sowieso belogen . Mit Bio, Fairtrade,
regional usw. )
 Und ich ?

Als ich 20 Jahre alt war, schrieb man das Jahr 1987 .
Tschernobyl hatte stattgefunden, aber keine Bedeutung mehr für uns zu Hause.
Wir haben auch direkt nach der Katastrophe unser Gartengemüse gegessen.
 Es gab auch keine Informationsflut.
Tageszeitung und Tagesschau.
Mehr gab es in den Medien nicht.
Heute bimmelt mein Handy, wenn ich das möchte bei jeder Mail die mich
erreichen soll, bei jede neuen Nachricht.

Und ich
Ich kehre zurück zu meiner alten Lebensform.
Ich esse was ich möchte und was ich bezahlen kann.
Ich bin keine Vegetarierin, Veganerin und was es sonst noch alles  gibt.
Ich bin ein Normal-Esser.

Wenn ich einkaufe, dann kaufe ich wie früher mit meinem Korb oder meiner
Baumwolltasche ein. Das worauf ich Lust habe.
Milch in Flaschen, weil sie mir einfach besser schmeckt , als in der Tüte.
Da unser Bauer keine Kühe mehr hat, jetzt aus dem Supermarkt.
Ich esse Obst und Gemüse, das mir schmeckt.
Und damit fallen Himbeeren und Erdbeeren im Winter einfach raus. Sie schmecken
mir nicht.  Wir haben fünf Discounter die ich mit dem Rad erreichen kann. Dort
kaufe ich das ein, was wir brauchen und mir schmeckt.
Unser Metzger vor Ort beliefert einen Discounter und dort bekomme ich seine 
Wurst- und Fleischwaren günstiger, als bei ihm. Sachen die er dorthin nicht
liefert, kaufe ich bei ihm.
Backwaren müssen bei mir glutenfrei sein, also Discounter.

Es geht mir besser, seitdem ich nicht mehr versuche, alles richtig zu machen
beim Einkauf.
Einkaufen macht wieder Spaß.
Das Überangebot von allem, stört mich und erfreut mich zugleich.
Wenn man gegen Äpfel, Nüsse, Kirschen, Mandeln usw allergisch ist, ist
man dankbar wenn es Vielfalt gibt.
Wenn diese Vielfalt dann auch noch schmeckt...

Zur Zeit diskutieren viele über den Milchpreis , arme Kälber und wie ungesund
bzw. unnatürlich für Menschen Milch ist.
Da soll jeder seine Meinung haben.
Aber ... Soja und Reis wachsen nicht bei uns. Nicht regional.
Hafer ist nicht glutenfrei. Gegen Mandeln bin ich hoch allergisch.
Milch bekommt mir gut.
Also was ist für mich richtig ?

Und genau darum geht es.
Ich möchte nicht vorgeschrieben bekommen, welche Ernährungsform richtiger ist
oder gesünder.
Jeder Mensch ist anders.
Jeder Mensch isst anders.

Wir leben in einer  Wohlstandsgesellschaft. Wir haben tatsächlich Zeit uns Gedanken
über so etwas zu machen. Wir haben sogar den Luxus zu wählen.

Andere nicht.
Ihr wisst welche Bilder ich jetzt im Kopf habe.






Kommentare

  1. Ich denke, jeder muss einen Mittelweg für sich finden. Ich kann und will nicht 9o Prozent meiner Zeit und Energie dafür aufwenden, "richtig" zu essen oder einzukaufen. Andererseits tut es mir auch nicht weh, 2 Euro für das Kilo Kaffee mehr zu zahlen, damit es fairtrade und bio ist. Ich hatte auch vor der Laktoseintoleranz gerne Milch gekauft, die Bio ist oder den Bauern 10 cent pro Liter mehr verspricht. Leider gibt es solche Angebote in latosefrei kaum oder gar nicht oder aber ist so teuer, dass ich dann doch eher zögere.

    Ich würde mir nie anmaßen, anderen in ihre Einkaufs- oder Essgewohnheiten reinzureden. Ich kann auch als Vegetarierin gut mit Fleischessen leben. Nur müssen die bei mir halt vegetarisch essen, weil ich keine Fleischsachen kochen mag.

    Aber manchmal sehe ich an der Kasse so eine super übgewichtige Familie samt superdicker Kinder, die schon nach drei Schritten japsen, und eingekauft wird literweise Cola, Fertigpizza, Chips... da tut mir die Kinder dann schon ein bisschen leid.

    LG
    Bodecea

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    1. Hallo Bodecea, diese Familien bzw. Kinder tun mir auch immer leid, weil ich denke, dass sie keine Alternative kennenlernen.

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  2. Danke für diesen Text! Endlich mal Jemand, der mir aus der Seele spricht! Bei all den Einkaufsver- und geboten heutzutage weiß man doch gar nicht mehr, wie mans machen soll. Ich komme mir vor wie ein Feuerwehrmann, der von einem Brandherd zum nächsten hüpft und wieder zurück, doch die Brennpunkte werden nicht weniger. Schluss damit! Das ist nicht unsere Aufgabe sondern die Aufgabe derer, die Einfluss nehmen könnten wenn, ja wenn da nicht die Absprachen, die Lobbies, die schwarzen Köfferchen wären. Verdammt.
    Lieben Gruß
    Gabi

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    1. Hallo Gabi, entschuldige wenn ich erst jetzt antworte, aber Dein Kommentar ist mir jetzt erst bewußt geworden. Danke für Deinen Besuch und Deinen Kommentar.

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  3. Amen, Schwester. Kann ich so unterschreiben.

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    1. Athena, Deine Schwester zu sein .. wie schön. Danke .

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    2. Sind wir das nicht irgendwie, wir wilden Weiber und Zauberfrauen...? In meiner verträumt-poetischen Weltsicht, die ich durchaus auch habe, sehe ich das so :)

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