Den Kurs ändern

Irgendwie bin ich immer noch nicht ganz bei mir angekommen. Ich merke es an meinem Blog.
Es fällt mir schwer mich aufzuraffen hier zu lesen, ganz zu schweigen etwas zu schreiben.
Geplant war eine Neugestaltung bis Ende Juli und nun fehlt mir einfach die Kraft , es
weiter zu organisieren.
Bloggen ist mein Hobby und ich finde, so ein Hobby sollte Spass machen. Also zwinge ich
mich in diesen Tagen zu nichts . Empfinde genug Zwang im Alltag.

Wohnungssuche

Mittlerweile habe ich mir drei Wohnungen angeschaut. Die letzte ist viel zu groß und
womöglich auch zu teuer. Doch mir geht es auch darum einen Blick für Wohnungen zu
bekommen. Mit jeder Besichtigung lerne ich und habe beim nächsten Mal schon mehr
und gezieltere Fragen. Auch bin ich dazu übergegangen eine Freundin mitzunehmen,
einfach um mich hinterher austauschen zu können . Vier Augen sehen sowieso mehr
als zwei.
Mir ist klarer geworden was ich will und was nicht . Zum Beispiel, dass ich nicht auf ein
eigenes Schlafzimmer verzichten möchte, aber bereit bin beim Balkon Abstriche zu machen.


Finanzielle Situation

Die macht mir große Sorgen. In den vergangenen Tagen habe ich meinen Leistungsbescheid
für die kommenden sechs Monate erhalten. Wenn die Skorpionen sieben Jahre alt wird, vermindert
sich der Alleinerziehendenzuschlag um hundert Euro. Ab November muss ich also mit weniger
Geld auskommen, unabhängig davon, dass die großen Kinder ausziehen und es sowieso enger
wird.
Ich verstehe nicht, was der Gesetzgeber sich dabei denkt. Warum brauche ich weniger Geld,
wenn das Kind sieben wird. Natürlich kann ich mir vorstellen was es bewirken soll . Das Kind
ist sieben , geht in die Schule, die Mutter kann mehr arbeiten gehen.  Habe ich heute zehn Euro
für zwei Personen für Essen und Trinken, habe ich dann sieben. Das macht richtig Sinn.

Die Skorpionin

Bekommt natürlich viel mehr mit, als gut für sie ist.
Die Wohnungssuche macht ihr Angst, weil sie befürchtet, dass wir keine Wohnung mit Hundehaltung
finden und somit ihr geliebter Hund ( der ja eigentlich ihrer Schwester gehört) nicht mehr bei uns
leben oder zumindestens bei uns übernachten darf.
Leider hat sie auch mitbekommen, dass ein eventueller Schulwechsel bevorstehen kann.
Abends fließen hier immer die Tränen. Seit einer Woche. Es ist sehr anstrengend.
Ich habe ihr versprochen, dass ich alles tun werde, damit sie ihre Schule weiter besuchen kann.
Wenn ich allerdings sage, wir können Ronja doch bei deiner Schwester besuchen, blockt sie ab.
Sie sieht es ganz klar. Ronja ist ihre Freundin, die mit ihr spielt , wenn die Erwachsenen keine Lust haben. Die mit ihr kuschelt usw. Besuchen ist nur wiedersehen.

Ich

Müsste ich mich nicht von dem Hund, den ich jetzt seit neun Jahren rund um die Uhr um mich habe,
verabschieden, könnte ich mich auf den Neuanfang freuen. Weniger Verantwortung, weniger Streitereien unter den großen Geschwister und noch so ein paar Vereinfachungen des Alltags.
Aus meinen Chören habe ich mich auf unbestimmte Zeit zurück gezogen, denn bereits jetzt
habe ich von einem Tag auf den Tag keinen mehr, der abends auf seine kleine Schwester aufpassen
möchte.
Das macht mich nachdenklich.
Das kleine Mädchen ist manchmal auch sehr pragmatisch
Tagsüber.
So meinte sie vor ein paar Tagen, dass es doch schön sein wird, wenn wir nicht bei strömenden Regen mit den Hund raus müssen und auch keine Kotze oder ausgeleerten Mülleimer aufwischen
müssen.
In solchen Momenten muss ich immer lachen.

Letztendlich ist es so, dass unsere Schiff den Kurs ändert. Ein Ruderboot kann das schneller, als ein großer Dampfer.


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