Vom Glück wieder Arbeit zu haben oder zwei Herzen in einer Brust

Wie im letzten Post bereits erzählt bin ich ab nächsten Ersten wieder berufstätig.

Die Menschen um mich herum freuen sich oft mehr , als ich selber.
Also, als ein Teil von mir.
Der Teil der sich nicht freut ist der Mutter-Teil.
Ich frage mich nämlich werden wir es schaffen ?

Bisher war ich für meine Kinder in der Grundschulzeit immer am Nachmittag
zu Hause. War die Schule aus, konnten sie nach Hause kommen.
Auch für die Skorpionin war es so geplant.
Die ersten vier Schulwochen waren sehr holprig. Sie geht immer noch nicht
gerne zur Schule, aber akzeptiert die Notwendigkeit. Die Ferien waren herrlich.
Nie sprachen wir über Schule und allem was damit zu tun hat.
Am ersten Schultag nach den Herbstferien ging sie nur unter Tränen los.
Ab kommenden Mittwoch muss nun bis halb fünf am Nachmittag in der
Schule bleiben. Ich kann sie auch nicht mehr abholen , wie bisher.
Denn ich arbeite in der Betreuung einer anderen Schule im Stadtgebiet und
werde sogar nach ihr nach Hause kommen.
Ihre Angst vor dieser Situation macht mich hilflos und traurig.
Da kann ich mir hundertmal sagen, dass schafft sie, sie ist stark. Andere
Kinder schaffen das auch.
Ich möchte das nicht für mein Kind.
Im Prinzip habe ich einen ganz anderen Plan. Wenn ich könnte wie ich wollte,
würde meine Tochter nicht in dieses Schulsystem eingepfercht. Doch das
sind Träume, die ich nur träumen kann.

Der andere Teil von mir freut sich.
Der Druck vom Gesetzgeber, mir Arbeit zu suchen um aus der Bedürftigkeit raus-
zukommen, war schon enorm.
Diese neue Aufgabe ermöglicht mir zwar nicht das Rauskommen, aber doch einen
guten Schritt in die richtige Richtung. Der absolute Vorteil ist, dass ich mir über
Ferienzeiten keine Gedanken machen muss, was, bei einem Job im Büro zum
Beispiel, ein richtiges Problem hätte werden können.
Die neue Aufgabe ist etwas was ich schon immer gerne getan habe. Mit Kinder
arbeiten. Und ich habe da keine rosa Brille auf. Ich wollte nicht wirklich ins
Büro zurück und insofern ist es aus heutiger Sicht ein Lottogewinn.
Ich kann in meiner Stadt arbeiten. Mit meinem Rad komme ich zu allen Schulen.
Bei Sturm und Regen ist mein weitester Arbeitsweg knapp 45 Minuten zu Fuß.
Mit dem Rad dreißig.
Von meiner jetzigen Wohnung aus.
Auch die Sache mit dem Geld sehe ich positiv, denn einen großen Batzen meiner
Kosten kann ich nun selber tragen. Für den Rest bekomme ich noch etwas Unter-
stützung. Ein gutes Gefühl.

Jetzt kennt ihr die zwei Herzen in meiner Brust.

Kommentare

  1. Liebe Briganti,

    Ich gratuliere dir!
    Sieh die Sache positiv! Ich verstehe, dass es dir nicht behagt, das Töchterchen so lange in der Schule zu lassen. Aber als Skorpionin ist sie sicher verständig und sieht es genauso ein wie ich als Kind, dass Mama nun mal arbeiten gehen muss.

    Das ganze klingt nach einem guten neuen Lebensabschnitt!

    LG
    Bodecea

    AntwortenLöschen

Kommentar veröffentlichen