Früher war alles ...Gedanken zu meinem Leseverhalten

Früher war alles besser anders.
Das mit dem Besser haben wir alle schon gehört oder auch gesagt.
Im Zuge meines Rückblickes schaue ich auch auf früher.
Früher = die Zeit bevor ich meinen Mann kennenlernte und alles anders
wurde (lach)
Früher = die Zeit bevor ich das Internet und Spielkonsolen in mein Leben ließ

Früher konnte ich mich auf lange Texte konzentrieren, die Nachrichten im Fernsehen
wurden um 20.00 Uhr geschaut.
Heute fällt es mir schwer die Tageszeitung zu lesen. Zuerst schaue ich die Bilder,
dann die Überschriften, bleibe hängen an kurzen Texte. Interessiert mich ein langer
Text fällt es mir schwer ihn konzentriert bis zum Ende zu lesen.
Früher habe ich vielmehr gelesen und viel weniger fern gesehen. Gute Filme
schaute ich im Kino, wenn das Geld reichte.
Heute streame ich alles was mir gefällt, schaue mir Filme an zu allen möglichen
Tageszeiten ( wenn es in den Tagesablauf passt ).
Nachrichten ... aber das wisst ihr selber ...mit Nachrichten wirst du heute erschlagen.
Früher ging ich in die Bücherei, dort durfte man sich drei Bücher ausleihen für vier
Wochen - gut war. Manchmal kaufte ich mir auch ein Buch.
Heute habe ich im Schnitt fünf bis sechs Bücher aus der Bücherei hier stehen, lese
e-books, kaufe Bücher und lese doch viel weniger, als noch zu der Zeit als meine
Kinder klein waren und es noch kein Internet gab.

Lesen und Bücher ist seit frühester Kindheit mein Hobby. Mich konnte man immer
mit einem Buch vor der Nase antreffen, wenn ich nicht gerade mit meinem Strickzeug
durch die Gegend lief.
Heute erschlägt mich das Überangebot der Möglichkeiten.
Es gibt Blogs, Challenges, Newsletter usw.
Mein Händler vor Ort empfiehlt, meine Leiterin der Stadtbücherei ebenso
und fragt nach Rezensionen.

Früher war es schwer an gute Bücher ran zu kommen, Bücher die mein Interesse
bediente. Weil man entweder zur Buchmesse fahren  oder sich auf sein
Glück im Buchhandel verlassen musste.
Heute ist es schwer an gute Bücher ran zu kommen, weil ich so erschlagen werde
von den Möglichkeiten, dass ich am Ende nicht weiß, welches Buch ich nehmen
soll.

In meinem Kalender 2016 gibt es eine Liste mit Titeln, die ich in 2016 gerne ge-
lesen hätte und eine Liste über die Bücher, die ich gelesen habe. Die erstere ist
wesentlich länger. Hat lesen noch was mit Genuss zu tun oder muss ich lesen,
damit ich die Liste , die Leserunde ... schaffe ?

Bücher und Lesen sollen wieder zu meinem Hobby werden. Bei dem ich
entspanne, in andere Welten eintauche. In meinem Tempo. Ich lasse den
Druck nicht mehr an mich heran.

Wie ich zu dieser Erkenntnis gekommen bin. Durch " Das Jahr des Taschenbuches",
das Kielfeder ins Leben gerufen hatte. 

Ein Taschenbuch aussuchen, es lesen. Ich merkte, dass ich entweder Zeit für das
Taschenbuch hatte oder für eines der anderen Bücher in der "Warteschleife".
Anfang November, als ich mit meiner neuen Aufgabe begann, brachte ich alle
Bücher in die Bücherei zurück. Seitdem versuche ich nie mehr als ein Buch
auszuleihen.
An Weihnachten bekam ich zwei Bücher geschenkt, die ich erst lesen möchte,
wenn ich das ausgeliehene Buch zu Ende gelesen habe.

Ich werde sehen...

Kommentare

  1. Oh ja, das ist mi auch schon aufgefallen! Ich habe mittlerweile so viele Bücher auf meinem Handy, die ich noch lesen möchte. Eigentlich ein richtiger Schatz an Büchern. Und was mache ich? Ich hüpfe von einem Buch zum anderen, lese nur die Leseproben, kann mich nicht entscheiden, verschlinge mehrere gleichzeitig. Früher bin ich nach der Arbeit in die Bahnhofsbuchhandlung gegangen, habe mein Geld gezählt, ob ich wohl mit viel Trickserei diesen Monat noch ein Buch kaufen kann, habe mir eins ausgesucht und bin mit diesem "Kleinod" in der Hand freudig zur Kasse gegangen. Es in der Tüte nach Hause zu schaffen und es dann dort, wenn alles erledigt war, anzufangen, war ein Fest. Aber dort kann ich wohl nicht wieder hinkommen. Bleibt mir nur, mich zu mäßigen :)
    Einen guten Rutsch und viele Grüße
    Gabi

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