Die Endlichkeit meines Lebens

Was war das für ein lustiger Donnerstagabend.
Meine Freundin Sonja und ich kennen uns jetzt seit nicht
ganz dreißig Jahren.
Wir sind beide Jahrgang 1967 und planen jeder auf seine Weise
unseren diesjährigen Geburtstag.
Bei einem leckeren Essen erinnerten wir uns an "früher".
Weißt Du noch ?
Sarah Kay, Winnetou als Starschnitt aus Bravo, Eaton Place
" Ein Engel auf Erden" , der weinende Pierrot an der Wand
usw.
Später lag ich im Bett, immer noch amüsiert und dachte an
das was kommt.
Wenn meine Jüngste zwanzig wird, werde ich zweiundsechzig sein.
Werde ich noch erleben, ob sie Kinder hat und wie die wohl sind ?

Wer sie wird ?
Werde ich gesund bleiben an Körper und Geist . Sehen dürfen wie
meine Kinder erwachsen werden, Familien gründen. Gerade bei
der Jüngsten hege ich manchmal so meine Zweifel.
Um mich herum erkranken immer mehr Menschen ernsthaft, manche
sogar jünger als ich. Manche sterben.

Da komme ich nicht drumherum auch mal darüber nachzudenken, was
für ein Glück ich habe, gesund ins Jahr 2017 gestartet zu sein.
Ich bin so dankbar und zufrieden in den letzten Wochen, dass es mir
schon Angst macht.
Meine Freundin sagt, sieh es als Belohnung für all das Schwere der
letzten Monate.
Im Hinterkopf drängt sich eine andere Frage auf.

Mein heutiger Physiotherapeut ist 29 und hat zwei Kinder.
Unser Gespräch drehte sich auch um das Thema  " wie wird unsere
Welt wohl in 50 Jahren aussehen ? "
Ist uns Tihange bereits um die Ohren geflogen ?
Oder ...

In den letzten zwei Tagen hat die Siebenjährige bei ihren Geschwistern
übernachtet. So sehr ich die Zeit mal alleine sein zu können, genossen habe,
so sehr wurde mir bewusst , dass die innige Mama-Tochter-Zeit sich unaufhalt-
sam dem Ende neigt. In sieben Jahren ... au weia. Noch zu frisch ist die Erinnerung
als ihre Schwester vierzehn war.( die dann mit 15 ihre große Liebe traf und jetzt
mit ihm zusammenlebt) 

Das Leben lässt sich nicht aufhalten.
Darum ist es mir wichtig jeden Atemzug zu genießen. Jedes Zusammensein.
Mit all meinen Kindern, ihren Partnern ( unserem Hund :) ) , meinen Freunden
und den Menschen aus meinem Alltag.

Wachsam bleiben, handeln wo handeln möglich und vertrauen. Auf das Leben.
Das wünsche ich mir für 2017

Kommentare

  1. Nur weil Mädchen größer werden heißt das ja nicht, dass die Bindung zur Mutter schlechter wird. Bei mir wurde die grade als ich Ende 20 war wieder so richtig eng :) Man findet dann einfach mehr Gemeinsamkeiten und davon ausgehend eine ganz andere Basis. Aber auch die Erwartung der Mutter muss sich dazu halt etwas ändern, weil man von dem Punkt weg kommt wo das Kind abhängig ist und die Mutter wirklich alles erklärt - stattdessen wird es eher ein Erfahrungsaustausch, wo jeder von beiden mal ein Problem hat und der andere dann hilft oder Erfahrung weitergibt. Vielleicht kommt dieser Punkt ja mit deiner älteren Tochter auch bald :)

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  2. Hallo Feri, schön das du schreibst. Natürlich muss die Bindung nicht schlechter werden, es ging im Moment des Textverfassens eher um die Veränderlichkeit, auf die mich als Mutter einstelle und das es auch einen anderen Blick auf die jetzige Situation wirft.
    Ich hatte nie eine gute Beziehung zu meiner Mutter, aber das ignoriert diese vollkommen. In ihrer Welt ist seit 50 Jahren alles bestens. Zu meiner großen Tochter habe ich ein gutes Verhältnis in Form von Respekt und Liebe, aber wir leben auf zwei verschiedenen Planeten. Daher ist es zumindestens für mich mittlerweile gesünder, dass wir nicht mehr unter einem Dach leben. Wie sie das sieht, weiß ich nicht, da sie jedes Gespräch in dieser Richtung ablehnt. Aber sie ist erst 19 ...lächel. Und wenn es nicht kommmt. Manchmal müssen Mütter einfach ihr eigenes Leben leben.

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