Ich gönne mir eine Tageszeitung

Schon wieder eine Woche um und ich sitze vor meinem PC und frage mich, worüber
soll ich erzählen .
Nicht, dass es keine Themen gäbe. Die Woche ist voller Themen.
Der neue Kanzlerkanditat der SPD kommt aus der Nachbarstadt, wäre
ein mögliches.
Endlich wieder gesund ein anderes.
Über meine Arbeit mit den Kindern könnte ich schreiben oder wie frustiert
ich bin, dass ich Haushalt, Job und Kind nicht so auf die Reihe bekomme,wie
ich es gern hätte.

Aber nein, mein neues Abo der  Tageszeitung ist mein Thema.

Vor meiner Scheidung gehörte die Tageszeitung mit zum Frühstück.
Dann musste ich Kosten minimieren und als erstes verzichtete ich auf
die Zeitung.
Dann sagte ich mir, ich kann auch im Internet " Zeitung " lesen und habe
auch bei FB einige Nachrichtensender abonniert.
Doch plötzlich ging mir dieses minütlich informiert sein ( müssen) auf den
Keks. Irgendjemand ( nicht ich) entschied was für mich wichtig als Infor-
mation ist und wenn ich Hintergrundwissen haben wollte, musste ich mich
durchs Internet bewegen.
Letzten Dezember bekam ich ein Angebot der hiesigen Zeitung, 6 Wochen
die Zeitung zum Preis von 4 Wochen zu nutzen.
Ich nahm die Gelegenheit war und was soll ich euch sagen.
Ich bin glücklich mit den "alten" Nachrichten, die tatsächlich einen Tag
alt sind. Außerdem erfahre ich viel mehr über meine Stadt in der ich
lebe und die Städte um mich herum.
Kurzerhand habe ich beschlossen, für die Dauer meines Arbeitsvertrages
mir eine Tageszeitung zu gönne.
Der Hartz IV Warenkorb gesteht mir für Bildung im Monat 1,55 € zu .
Ich gestehe mir 30,00 € zu.
Jeden Tag lese ich die Zeitung und bin dankbar, dass ich nicht mehr mit
Nachrichten über Herrn T. zugeschüttet werde. Es gibt tatsächlich noch
andere Probleme in der Welt. Große und kleine .

Und so habe ich mich diese Woche mit den Themen Karlspreis und wer ist
überhaupt Timothy Garton Ash , Etat 2017 unserer Stadt und das Lesen
zwischen den Zeilen und nicht zuletzt, was ist los in den Städten rum
um mich herum beschäftigt.

Mir tut es gut das ich mir so was banales wie eine Tageszeitung gönne.

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