unangemessener Wohnraum - zum hoffentlich letzten Mal

Am Samstagmorgen erhielt ich Post von meiner Lieblingsbehörde.
Endlich kann ich rechnen und planen, endlich weiß ich mit wie viel Geld
ich im Monat auskommen muss.
Ich schreibe bewusst nicht wie wenig Geld, sondern wie viel.
Solange ich meine Arbeit in der OGS behalte, kann ich mir die Wohnung
leisten. Ich habe aber keine Lust mehr in dieser, was-wäre-wenn Haltung
durch mein Leben zu gehen.
Darum habe ich beschlossen diese verzweifelte und hektische Wohnungssuche
nicht mehr weiter zu betreiben.
Ich kann nicht planen was im November ist. Bin ich erwerbslos oder nicht ?
Ich werde es sehen.
Die ängstliche Haltung hat mich gelähmt in den letzten Monaten. Es beraubt
mich meiner Kreativität . Mein Arbeiten mit den Kinder war immer über-
schattet von meiner Angst. Genauso wie die Gespräche mit meinen Kollegen.
Das ist nun vorbei.
Ich möchte leben. Ich bin gesund. Wir werden satt. Ich habe ein Dach über
dem Kopf.
Ich möchte endlich in meiner Wohnung ankommen.
Ja, ich werde mich einschränken müssen, denn es fehlt ein großer Batzen Geld
in meinem Haushalt. Dafür habe ich den Luxus einer Wohnung mit Balkon,
einem Umfeld in dem ich mich Zuhause fühle ( was mir erst in den letzten
Wochen bewusst wurde )
Ich habe in einem meiner letzten Post zu diesem Thema geschrieben, dass
ich gerne mal was anderes sehen und anders leben möchte. Dieser Wunsch
ist weiterhin vorhanden und widerspricht auch nicht meiner Entscheidung.
Dieses woanders leben, möchte ich planen. In meinem Tempo. Mit meinen
Ideen und nicht wie es mir von außen vorgeschrieben wird.

Angemessener Wohnraum .... beantragst du als Alleinerziehende in unserer
Stadt ein WBS , dann sind das ca. 80 qm. Beantragst du Hartz IV sind es
maximal 65 qm.

Ich entscheide, was für mich angemessen ist.

Im Grundgesetz Artikel 2 steht:
(1) Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.

und in Artikel 6:

 (1) Ehe und Familie stehen unter dem besonderen Schutze der staatlichen Ordnung.

Interpretieren dürft ihr selber.

Irgendwie "witzig" das ich mit meinem Gehalt in die Sozialkasse einzahle und
anderem auch Beiträge zur Arbeitslosenversicherung  und gleichzeitig, weil mein
Gehalt nicht reicht, Leistung beziehe.

Ich möchte betonen, dass ich dankbar bin in einem Sozialstaat zu leben, der mich
auffängt.
Aber paradox darf ich manche Entscheidungen trotzdem finden.



 

Kommentare

  1. Oh ja, da konnte ich damals auch ein Lied von singen..Die Zeit ist lange vorbei, aber ich erinnere mich noch lebhaft daran, wie ich als alleinerziehende, arbeitende Mutter von 3 Kindern immer mal wieder auf dem Amt erscheinen musste und auch daran, wie ich ganz klein mit Hut wieder heraus kam. Als wäre die fatale Beschäftigungssituation in Deutschland mein Fehler. Naja, alles Gute dir! Und entscheide dich jeden Tag dafür, diesen Tag lebenswert zu erleben. Sorgen führen zu nichts, und die Probleme, die kommen, kannst du eh erst lösen, wenn sie denn anstehen.
    Lieben Gruß
    Gabi

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  2. Hallo Gabi, danke für deinen Kommentar. Du hast recht. Sich um etwas zu sorgen, was kommen könnte raubt einfach zu viel Energie.
    Lieber Gruß zurück
    die Sammlerin

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