Die Nestflüchter

Hallo zusammen
Samstags ist Bloggertag und ich sitze vor dem leeren Papier und habe keine Ahnung
was ich schreiben soll.

In meiner Leseliste ist der Blog von Tina .
Sie hat mich heute inspiriert über mein Leben als Mutter von drei erwachsenen
 Kindern zu schreiben.

Meine Kinder haben mich verlassen.

So einfach ist es.

Mein Ältester ist bereits vor fünf Jahren ausgezogen. Zum Studium nach Köln.
So weit weg . Keine morgendlichen Gespräche , obwohl er morgens gar nicht so
gerne Gespräche führte. Wenn seine Geschwister schon zur Schule waren, standen
wir öfter auf dem Balkon ( er war Raucher) und tranken einen Kaffee zusammen.
Als er auszog nahm er seine Tasse nicht mit und immer wenn ich sie in die Hand
nehme , ist die Sehnsucht riesengroß.
Wir sehen uns zu den großen Festen ( Ostern, Weihnachten, Geburtstage) und
ab und an schreiben wir uns übers Handy.

Mein zweiter Sohn hat sich letztes Jahr dazu entschlossen auszuziehen. Nach seiner
Ausbildung und mit einem unbefristeten Arbeitsvertrag in der Tasche, suchte er
sich eine eigene Wohnung . Er lebt in einem anderen Stadtteil. Ab und an kommt
er mal vorbei. Er war an der Erziehung seiner Schwestern maßgeblich beteiligt,
vor allem bei der jüngsten.

Mein " Baby ", meine Tochter hat letztes Jahr auch den Sprung aus dem Nest
gewagt. Völlig unerwartet für mich.  
Eines Morgens kam sie aus ihrem Zimmer, mit ihrem
Freund und teilte mir mit,dass sie am nächsten Ersten weg sind.
Wir leben im selben Stadtteil, da fehlt es nicht an Begegnungen.
Oder sie kommt zu mir nach Hause. Wir verstehen uns heute besser , als vor ihrem Auszug.

Damit ihr mich nicht falsch versteht.
Meine Kinder sind glücklich mit dem was sie tun . Das ist, was ich mir
für sie gewünscht habe.


Doch heute geht es um mich, die verlassene Mutter.
Das Nest hat sich geleert.
Nur noch ein Kind ist zu Hause.

Nach jeder Begegnung mit den Nestflüchtern ist da so ein
kleines " Schon wieder verlassen " Gefühl.
Ich will sie festhalten, sie bei mir haben.
Der Moment vergeht und ich komme wieder bei mir an.

Im Oktober letzten Jahres ist der Zweitälteste ausgezogen,
im November begann ich meine Arbeit in der Schule.
In diesem neuen Alltag blieb mir wenig Zeit zum Nachdenken und
Ankommen in meinem neuen Leben.
 
Nachdem ich über zwölf Jahre allein verantwortlich für das Wohlergehen
dieser drei wunderbaren Menschen war, mit ihnen Höhen und Tiefen
erlebt habe, dauert es seine Zeit los zu lassen.

Genau wie sie, muss ich lernen in meinem neuen Leben anzukommen.
Weniger Verantwortung.  Weniger Arbeit.
Mehr Raum .  Mehr Zeit.


Ankommen im neuen Leben.

Der Kölner ist mit seiner Freundin zusammengezogen. Studiert
und arbeitet.

Der Zweitgeborene lebt allein in seiner ersten eigenen Wohnung.
Ist privat und beruflich sehr eingespannt.

Meine Tochter ist mit Freund und Hund zusammen in ihre
erste eigene Wohnung gezogen , macht ihre Ausbildung.

Die Mutter lebt nur noch mit einem Kind zusammen, hat ein
eigenes Zimmer und ist wieder berufstätig.


Das Nest hat sich geleert ...die Liebe bleibt. 

Ich wünsche Euch einen schönen Tag,

Britta







   

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