Wenn das Taschengeld nicht reicht... Teil 1




Meine Tochter bekommt Taschengeld.

Es reicht theoretisch für eine Lieblingszeitschrift mit Spielzeug ( das bereits auf dem
Nachhauseweg kaputt geht ), ein Eis oder eine Lecker-Tüte.
Für alle anderen Wünsche reicht es nicht, denn die sind ziemlich groß. Neue Inliner, bei
jedem Einkauf ein Kuscheltier, unzählige Pferde der Firma Schleich und deren Zubehör,
ein DS-Spiel, Anziehsachen für die Baby Born ( der Schrank quillt über) usw.

Spielzeug bekommt sie von mir an ihrem Geburtstag und Weihnachten.
In unserem Haushalt gibt es immer einen Vorrat an Mal- und Bastelmaterialien.
Bücher kaufen wir oder leihen sie in der Bibliothek aus.
Oder ich bekomme sie von Freunden, die ihren Hausstand aussortieren, geschenkt.
Mitten im Jahr bekommt sie jetzt ein neues (altes) Rad. Das Fahrrad ihrer
großen Schwester wir fahrtüchtig gemacht, nachdem es jetzt neun Jahre im
Keller stand. Die Skorpionin ist so schnell gewachsen, da muss die nächste Größe
her.

  Bücher , Farben und Papier zählen nicht. Das ist keine Spielzeug. So die Meinung des Kindes.

Jetzt wäre es einfach zu sagen, da muss sie durch. Das muss sie Lernen. Das Leben ist kein
Ponyhof. Später kann man sich auch nicht alles leisten.

Es ändern jedoch nichts an der Situation und den Dramen die sich zu Hause oder beim
Einkaufen abspielen. An manchen Tagen ist das schwer für mich auszuhalten.

Du möchtest, dass dein Kind glücklich und zufrieden ist. Doch das ist es nicht. Sie sieht
ihr Glück im Kaufen und Besitzen.

Das erschreckt mich, denn so bin ich nicht . Noch nie gewesen . Woher kommt das ?
Wie damit umgehen ?

Zur Zeit vermeide ich es mit ihr einkaufen zu gehen. Dann lasse ich sie zu Hause oder
erledige Einkäufe, während sie in der Schule ist.  Bummeln und nur gucken geht gar
nicht.

Ich erinnere mich gerade an eine Szene in meiner Kindheit. Meine Eltern spazierten
sonntags immer mit mir durchs Städtchen.Ich drückte mir die Nase am Spielzeug-
geschäft platt. Genau wissend, das ich bis Weihnachten warten musste. Gejammert
habe ich nicht ( das bestätigt auch meine Mutter ).

Warum ist das heute so ? Was läuft falsch ?




Kommentare

  1. Huhu Sammlerin,

    "wie untypisch für eine Skorpionin" dachte ich und dachte dabei natürlich an mich, die ich meine Eltern als Kind bat, mir bitte nicht mehr Taschengeld zu geben, als es meine Freunde hatten. Meine Eltern waren nicht reich, aber wohlhabender als manche meiner Freudinnen, und ich wollte die nicht übertrumpfen.

    Aber vielleicht meint deine Kleine, sie braucht es, um dazuzugehören, weil es umgekehrt ist und sie mit Kindern aus gutbürgerlich-wohlhabenden Elternhäusern konkurriert? Was sagt sie denn selbst dazu? Sie ist ja kein Kleinkind mehr.

    Liebe Grüße
    Bodecea

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    1. Hallo Bodecea, ich habe mir der Kleinen darüber gesprochen. Gerne schreibe ich Dir privat darüber, warum sie " nicht satt " wird. Das Dazugehören spielt auf jeden Fall eine Rolle.
      Liebe Grüße

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  2. Es ist sicherlich eine Plage unserer Zeit, dass der Konsum mit an erster Stelle steht. Ich höre ja die Gespräche der Kinder in der Schule, und eigentlich hat immer jedes Kind das neueste, angesagteste Gimmick am Start. Aber ich denke mir, dass man mit viel Erklärungsarbeit und Training auch hier ein ganzes Stück weiterkommt.
    Lieben Gruß
    G.

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    1. Hallo Gatani, die Situtaion mir der Kleinen ist auch so anstrengend für mich, weil
      ich mich in einem Prozess befinde, in dem ich meinen Konsum und den meiner Mitmenschen reflektiere und lernen möchte, was brauche ich wirklich. Ich bin sehr froh , dass ich bereits Erfahrungen mit den großen Kindern gesammelt habe.
      Liebe Grüße

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