Sonntag, 15. Oktober 2017

Was darf ich noch essen - Teil 2



Ich wusste nicht, dass ich einen zweiten Teil zu diesem Thema schreiben würde. Ursprünglich war der Post vom 11.10.2017 einfach nur als " Festhalten der Gedanken " gedacht.
Doch ich war, wie fast jeden Tag einkaufen und habe mal über den Tellerrand geschaut.
Was andere so aufs Warenband auflegen.
Ich gehe so oft davon aus, dass es meine Mitmenschen genauso wie mich aufregt und sie auch alles tun um Plastik, Verpackung usw. versuchen zu vermeiden.
Aber weit gefehlt. Ich lebe da wohl in meinem eigenem Kosmos. Eine junge Frau mit Kind habe ich dann ganz vorsichtig angesprochen. Die Antwort: " Das ist mir egal, ob das regional oder mit Verpackung ist. Hauptsache ich komme mit meinem Geld hin. Vielleicht verschmutze ich damit die Umwelt, aber das machen andere auch . " Sprach es und ging mit ihrem Kaffee zum Gehen aus dem Supermarkt.

Am Abend dann im Fernsehen ein Bericht über eine Kälberzucht. Also dem Abfallprodukt männliches Rind bei der Milchproduktion. Ich möchte hier nicht näher darauf eingehen, nur das mich diese treuen Augen der Kälber anschauten und ich auf meinem Sofa saß und total traurig wurde.
Ich denke, ich bin ein durchschnittlich, intelligenter Mensch und ich weiß, dass es den Bauernhof aus den Kinderbüchern nicht wirklich gibt. Mir ist klar, dass die Kälber von den Müttern gerissen werden, damit ich meine Milch, meinen Quark, meinen Joghurt essen kann. Ich nehme es bei meinem täglichen Konsum in Kauf, beziehungsweise ich verdränge es.
Was kann ich tun und trotzdem diese Produkte in meinen Warenkorb legen ?
Welche Milch und Milchprodukte sind fair ? Dem Tier, dem Bauern, der Umwelt gegenüber ?
Und warum soll ich mir Gedanken machen, wenn die Käufer vor und hinter mir gedankenlos einkauft ? Ja, wir haben nur diese eine Welt und wenn ich Glück habe, lebe ich noch zwanzig Jahre auf ihr.
Wenn es uns dann noch gibt !! Ich denke gerade an das Bienensterben und die damit verbundenen Konsequenzen.

Ich habe keinen Bauern in meiner radläufigen und fußläufigen Umgebung. Ich muss mit dem Auto ( dass ich nicht habe) 25 km fahren um zu einem Biobauernhof zu kommen.
Ich kaufe Milch in Glasflaschen. Aber die gibt es hier vor Ort nur von einer Firma und mir ist klar,
dass die Milch nicht von glücklichen Kühen kommt.

Sagt, wie macht ihr das ? Seit ihr Veganer ? Oder lebt ihr einfach so, wie die Kundin mit dem Kind ?
Habt ihr ein schlechtes Gewissen oder könnt ihr genießen ?
Das würde mich wirklich interessieren.




Kommentare:

  1. Hallo:)
    Ich bin soeben auf Deinen Blog gestoßen und finde dieses Thema sehr interessant.
    Ich persönlich versuche schon bis zu einem gewissen Punkt auf die Umwelt zu achten, aber es ist leider nicht komplett möglich, wenn man auf einem abgeschiedenen Dorf wohnt und man zu allem einen Bus oder ein Auto braucht.
    Wir haben zwar noch einen Bauernhof wo wir Milch, Eier und Gemüse bekommen, auch einen kleinen Laden- aber wir kaufen z.B keine Wurstwaren bei Discountern sondern wirklich beim Metzger, wo man weiß woher die Tiere kamen. Ich finde es ganz schrecklich wie manche Bauern mit ihren Schweinen oder Rindern umgehen, und begrüße es sehr, dass langsam aber sicher immer mehr Laufställe gebaut werden, sodass die Tiere nicht ständig nur fest angehängt am selben Punkt stehen müssen.
    Ich lasse Dir sehr gerne ein Abo da, und würde mich sehr freuen, wenn du mal bei mir vorbei schauen würdest:)
    http://www.printbalance.blogspot.de
    Liebe Grüße
    Andrea

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  2. Das Thema treibt mich auch um. Allerdings sehe ich die Bringschuld nicht nur beim Nutzer. Ändern können nur die Produzierenden was. Ich versuche, so nachhaltig wie möglich zu leben, allerdings sind mir da finanziell Grenzen gesetzt. Ich kann mir kein Hähnchenfleisch vom Biobauern fürs Kilo 20 Euro leisten. Esse dann weniger Fleisch, aber das nächste Thema sind dann Biogemüse und Obst. Da muss noch viel passieren...
    Lieben Gruß
    G.

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    1. Wenn wir anfangen nachzudenken, dann kommen wir vom Hölzchen aufs Stöckchen. Fakt ist, jede(r) muss schauen, wie er es vor sich selbst und vor niemand anderem verantworten kann, was er tut. Mein Geldbeutel ist eine Grenze, die ich nicht überschreiten kann.

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  3. Kein Fleisch, weniger Milch (Laktose), vielleicht packe ich den Dreh zur Veganerin noch; zu viel Plastik, aber auch viel Re/Upcycling und überhaupt benutze ich fast alles, bis es auseinanderfällt... ich gebe mir Mühe, mache mich aber nicht kaputt, wenn ich nicht ideal konsumiere. So wichtig ich es finde, ich mag mich nciht auf mein Handeln als "Verbraucherin" reduzieren, gibt so viele andere Themenfelder im Leben, die auch wichtig sind.

    LG
    Bodecea

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    1. Hallo Bodecea, ja wir sind mehr als "Verbraucherinnen" . Ich tue das, was ich tun kann im Rahmen meiner Möglichkeiten.

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